Arzneimittelversorgung in der Gesetzlichen Krankenversicherung

Mit 80% der deutschen Bevölkerung als Versicherte ist die Gesetzliche Krankenversicherung für pharmazeutische Unternehmer ein Absatzmarkt mit immenser Bedeutung. In Zeiten knapper Kassen macht die Rationierung jedoch auch bei der Arzneimittelversorgung nicht halt. Mit dem GKV-Modernisierungsgesetz (GMG) hat der Gesetzgeber zum 01.01.2004 die Regulative der Arzneimittelerstattung in der GKV wesentlich verschärft und den Einsparkurs seither mit gewohnter Regelmäßigkeit in weiteren Gesetzgebungsverfahren durch Einführung immer neuer Regulierungsinstrumente für die Arzneimittelversorgung fortgesetzt.  Im Jahr 2009 wurde der GKV-Arzneimittelmarkt  durch knapp 30 Steuerungsinstrumente reguliert.
Gesteuert werden diese Instrumente im Wesentlichen durch den mit dem GMG zum 01.01.2004 als Selbstverwaltungsgremium errichteten Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), dem für die Arzneimittelversorgung in der GKV eine zentrale Rolle zukommt. Bedeutsam ist in diesem Zusammenhang auch die Tätigkeit  des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), das als privatrechtliche Stiftung zum 1. Juni 2004 durch den G-BA neu gegründet wurde. Es führt im Auftrag des G-BA oder des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) insbesondere Nutzen- und Kosten-Nutzen-Bewertungen für Arzneimittel durch.
Die streng regulierte Arzneimittelversorgung in der GKV ist ein komplexes System, in dem sich vielgestaltige Probleme ergeben. Die Regularien des GKV-Marktes sind bereits bei der Entwicklung von Arzneimitteln zu berücksichtigen und bestimmen somit immer stärker Investitionsentscheidungen für F&E. Neben der Unterstützung der Mitgliedsfirmen bei konkreten Fragestellungen ist es daher ist ein wichtiges Anliegen des BPI, den Mitgliedern die wesentlichen Informationen bereitzustellen. Zudem ist der BPI bestrebt, sowohl Gesundheitsreformvorhaben, aber auch Tätigkeiten des G-BA und des IQWiG aktiv im Sinne der Mitgliedsunternehmen mitzugestalten und dabei den Beteiligten den Wert von Arzneimitteln für die Gesellschaft zu vergegenwärtigen.