Selbstbestimmung über die Gesundheit

Im ursprünglichen Sinn versteht man unter Selbstmedikation die eigenverantwortliche Behandlung von leichten Erkrankungen mit rezeptfreien Arzneimitteln, die nicht vom Arzt verordnet werden. Für diese Produktgruppe kommt aus dem Englischen der Begriff OTC , was für „Over The Counter“ in Deutsch „über den Ladentisch“ steht. Waren vor einigen Jahren Produkte der Selbstmedikation meistens noch gleichbedeutend mit einem rezeptfreien Arzneimittel, hat sich das Angebot mittlerweile ausgeweitet. So stehen Patienten heute auch Nahrungsergänzungsmittel, ergänzende bilanzierte Diäten und Kosmetika zur Vorbeugung und Verhütung von Krankheiten zur Verfügung. Die äußere Aufmachung dieser Produkte ist für Laien oft nicht von einem rezeptfreien Arzneimittel, das dem Arzneimittelgesetz ( AMG ) unterliegt, zu unterscheiden. Diese neuartigen Produktgruppen fallen unter das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB).


OTC -Arzneimittel zeichnen sich durch hohe Sicherheit für Patienten aus, da sie über ein ausgezeichnetes Nutzen-Risiko-Profil verfügen. Das heißt sie haben keine oder nur minimale Nebenwirkungen bei der Einnahme. Für die Selbstmedikation stehen nur solche Arzneistoffe zur Verfügung, über die schon jahrelange Erfahrungen vorliegen. Neue Arzneistoffe sind zunächst automatisch für drei Jahre verschreibungspflichtig, selbst wenn Prüfungen ergeben haben, dass sie nur sehr geringfügige Nebenwirkungen haben.


Ob ein Medikament danach verschreibungspflichtig bleibt oder rezeptfrei wird, hängt im Wesentlichen von dessen Risiken möglicher Nebenwirkungen ab. Die Zuordnung berücksichtigt dabei weder die Wirksamkeit, noch die hohe Qualität oder Unbedenklichkeit des Arzneimittels. Ist ein Medikament in der Anwendung auch ohne ärztliche Verschreibung und Überwachung zuverlässig und sicher, darf es in die Eigenverantwortung der Patienten abgegeben werden und steht in der Selbstmedikation zur Verfügung.