Pressemitteilung vom 18.01.2012 Nachricht vom 18.01.2012


MS-Studie macht Hoffnung: Forschung an bewährten Wirkstoffen muss besser honoriert werden

Die aktuelle DEFINE-Studie der Neurologischen Universitätsklinik in Bochum beweist: Der bisher in der Psoriasis-Therapie erfolgreich angewandte Wirkstoff Fumarsäure kann den Krankheitszustand von Patienten mit Multipler Sklerose deutlich verbessern, da die Nervenzellen geschützt werden und Entzündungen im Gehirn signifikant zurückgehen. „Wieder einmal zeigt sich das Potenzial der Forschung an bewährten Wirkstoffen“, sagt Henning Fahrenkamp, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie (BPI). „Damit sich die industrielle Entwicklung der Medikamente wirtschaftlich vertreten lässt, müssen Unternehmen aber auch entsprechende Rahmenbedingungen vorfinden. Dies muss sich auch bei der Erstattung widerspiegeln.“

So seien im Vorfeld einer Zulassung zur Therapie Multipler Sklerose aufwändige Studien und Prüfungen erforderlich. Bei den derzeitigen Rahmenbedingungen sei allerdings unsicher, ob sich diese Investitionen in bewährte, nicht mehr patentgeschützte Wirkstoffe jemals refinanzieren lassen, so Fahrenkamp. Dies führe oft dazu, dass man gar nicht erst an Studien mit bewährten Wirkstoffen denke, obwohl man hier ein großes Potenzial für das Gesundheitssystem und für Patienten sehe. Die großen Vorteile von Innovationen auf Basis bewährter Wirkstoffe lägen auf der Hand, da diese Medikamente ihre Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit bereits in anderen Anwendungsbereichen bewiesen hätten und im Vergleich zu ganz neuen Präparaten umfassende Erfahrungen im praktischen Einsatz beständen. Hervorzuheben seien auch die reduzierten Entwicklungskosten. „Wenn wir in Deutschland mehr medizinischen Fortschritt im Bereich bewährter Wirkstoffe wollen“, so Fahrenkamp weiter, „dann müssen sich die entsprechenden Investitionen auch wirtschaftlich tragen, das gilt gerade für mittelständische Firmen mit begrenzten Budgets. Die aktuelle Fumarsäure-Studie macht vielen MS-Patienten Hoffnung auf bessere Lebensqualität. Diese Hoffnung sollte nicht verspielt werden. Das Beispiel Fumarsäure zeigt das Potenzial bewährter Wirkstoffe – hier geht noch viel mehr!“

Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e. V. (BPI) vertritt das breite Spektrum der pharmazeutischen Industrie auf nationaler und internationaler Ebene. Über 260 Unternehmen mit rund 73.000 Mitarbeitern haben sich im BPI zusammengeschlossen.

Ihr Ansprechpartner: Joachim Odenbach, Tel. 030/27909-131, jodenbach@bpi.de

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