Das Grundsatzprogramm des BPI e. V.

Die Gesundheit der Menschen bildet den Kern unserer Orientierung und ist Triebfeder unseres Handelns. Unsere Grundsätze

Mit der Vielfalt unserer Produkte leisten wir einen großen Beitrag dazu, Diagnostik, Prävention und Therapie wirkungsvoller und humaner zu gestalten. Unter dem Dach der Medizin sind wir integraler Bestandteil des Strebens der Menschen, Leben zu ermöglichen, zu erhalten und zu verbessern. So vielfältig wie das Leben selbst, so vielfältig haben sich die Methoden zu gestalten, dies zu erreichen. „Ein"-fältige, eindimensionale Ansätze tragen nicht. Künftige gesundheitspolitische Lösungen müssen der Komplexizität der Aufgabe gerecht werden und an einen gesellschaftlichen Konsens zur Verteilungsgerechtigkeit in Solidarsystemen anknüpfen.

Unsere Grundsätze

  • Wir betonen den Wert der Arzneimittel im Gesamtkontext von Diagnostik, Prävention, Krankheitsbehandlung, Rehabilitation und Pflege.
  • Wir bekennen uns zur medizinischen und ökonomischen Notwendigkeit der Vielfalt qualitätsgesicherter Arzneimittel aller Therapierichtungen und wehren die Diskriminierung von Teilmärkten ab: national, EU-weit und international.
  • Wir setzen uns für Rahmenbedingungen ein, die den Beteiligten im Gesundheitswesen und der Bevölkerung hohe Freiheitsgrade bei der Auswahl qualitätsgesicherter, individueller therapeutischer Optionen aller Therapierichtungen sichern: national, EU-weit und international.
  • Wir fordern mehr Beteiligung an den Steuerungsprozessen im Gesundheitswesen, je nach Regulierungsgegenstand durch Mitberatung oder Mitentscheidung durch den BPI oder seine Mitgliedsunternehmen.
  • Konvergenz- und Harmonisierungsschritte in Europa sind nur akzeptabel, wenn sie den im Grundsatzprogramm genannten Zielen entsprechen.
  • Wir nutzen aktiv die Chancen der neuen Medien und gewährleisten dabei die Beibehaltung der derzeitigen hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandards in Information und Vertrieb.
  • Wir nutzen oder schaffen Verbandsstrukturen, die die Durchsetzung unserer Ziele gewährleisten: national, EU-weit, international.

Verbesserung der Marktzutrittschancen

  • Wir betonen neben der Bedeutung von Wirkstoffinnovationen auch die Bedeutung galenischer und therapeutischer Innovationen.
  • Wir schaffen EU-weit Plattformen für den Austausch von Know-how.
  • Wir machen Forschungsförderprogramme gleichermaßen für alle Unternehmensgrößen nutzbar.
  • Wir setzen uns dafür ein, dass Unternehmen in Europa die Art des Zulassungsverfahrens, zentral oder dezentral, frei wählen können.
  • Wir wirken auf Einhaltung der gesetzlichen Fristen im Zulassungsverfahren hin.
  • Wir setzen uns für sachgerechte, zielorientierte Anforderungen bei der Zulassung neuer und der Nachzulassung bewährter Arzneimittel ein (adäquate Standards).
  • Wir setzen uns für adäquate Qualitätsanforderungen im Produktionsprozess ein.

Kalkulierbare Rahmenbedingungen im Markt der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der Selbstmedikation (OTC)

  • Wir setzen uns dafür ein, dass die medizinischen Fortschritte im Wachstumsmarkt Gesundheit gleichermaßen dem Patienten und Verbraucher, der Solidargemeinschaft und der Gesellschaft zugute kommen ("Mit Arzneimitteln, statt am Arzneimittel sparen").
  • Wir setzen uns für die Beibehaltung der Marktsegmentgrenzen insbesondere zwischen Arzneimitteln und z. B. Medizinprodukten, Lebensmitteln, Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke (bilanzierte Diäten), Nahrungsergänzungsmitteln, Kosmetika und Bioziden ein.
  • Wir setzen uns für Beteiligungsrechte des BPI bei der Definition von Struktur und Inhalten der gesetzlichen Krankenversicherung ein.
    • Wir setzen uns für patientenorientierte Vertragsgestaltung ein.
    • Wir treten ein für den Erhalt der therapeutischen Vielfalt (z. B. bei der Leitliniengestaltung, bei Arzneimittel-Richtlinien, bei Richtgrößen, bei Preisvergleichslisten, beim Stufenkonzept der Zuzahlung, bei der Ausgrenzung durch Gesetze, Rechtsverordnungen oder Listen jeglicher Art).
    • Wir bekämpfen die verschiedenen Spielarten stiller Rationierung (z. B. durch Budgets, Richtgrößen).
  • Wir fordern Rahmenbedingungen, die den Erhalt von Therapievielfalt sicherstellen und Therapiefreiheit für alle Arzneimittel, deren Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit durch Zulassung bestätigt ist.
    • Wir bekämpfen die Diskriminierung von Teilmärkten im GKV- und OTC-Markt (z. B. Listenmedizin).
    • Wir stellen uns gegen die Ausgrenzung sicherer, rezeptfreier Arzneimittel aus dem GKV-Markt.
    • Wir fordern, dass in einem anderen EU-Land zugelassene Medikamente auch im Rahmen der GKV in Deutschland erstattet werden.
    • Wir fordern Transparenz des Versorgungs- und Leistungsgeschehens (Gesundheitsziele und Nutzenbetrachtung) mit Blick auf den Wert der Arzneimitteltherapie im Gesamtkontext der Versorgung.
  • Wir unterstützen die Mitgliedsfirmen in der Sicherstellung ihrer Wettbewerbsfähigkeit gegenüber allen am Wettbewerb Beteiligten wie z. B. Krankenkassen, Ärztenetzen, Einkaufsgenossenschaften und ähnlichen Nachfragerkonsortien.
  • Wir sind unter Vorbehalt des Prinzips der gleichgewichtigen Chancen aller Wettbewerber offen für Diskussionen über Distributionswege und über eine Beteiligung bei der Festlegung von Preismechanismen (z. B. Abschaffung der überflüssig gewordenen Festbeträge).
  • Wir setzen uns für die Liberalisierung und Qualitätssicherung der Verbraucherinformation in den neuen Medien ein, zunächst bei Fachinformation im Rahmen des Heilmittelwerberechts.
  • Wir befürworten zur Steuerung in der gesetzlichen Krankenversicherung gleichgerichtete finanzielle Anreize für Arzt und Patient, die
    • die Trias von Therapievielfalt, Therapiefreiheit und sozial abgesicherter Zuzahlung durch den Patienten stützen und
    • zugleich zur ergänzenden Finanzierung dienen können (z. B. prozentuale statt packungsgrößenabhängige Zuzahlung).
  • Wir fordern, dass der GKV nicht weiterhin Ressourcen durch administrative Maßnahmen entzogen werden.

Verbesserung der allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

  • Wir setzen uns für Steuerungsinstrumente der Gesundheitspolitik ein, die auch wirtschafts- und rechtspolitisch tragen. Steuerung durch Verhandlungen und Wettbewerb wird den Anforderungen dieser Politikbereiche gerecht und eignet sich als tragendes Verfahrensprinzip.
  • Wir machen den Mittelstandsbonus auch für pharmazeutische Unternehmen nutzbar.
  • Wir fordern eine adäquate Unterstützung für Standorttreue.
  • Wir fordern Rahmenbedingungen ein, die KMUs internationale Wettbewerbsfähigkeit ermöglichen.
  • Wir setzen uns für angemessene Schutzfristen in der Vermarktung neuer Produkte und Verfahren ein.
  • Wir nutzen die Chancen von Kooperationen in Forschung & Entwicklung, bei der Zulassung, dem Einkauf, der Produktion und Vermarktung: national, EU-weit und international
  • Reimporte akzeptieren wir nur bei gleichen wettbewerblichen Rahmenbedingungen für Distribution und Preisbildung in Europa.