29.10.2018 | Hintergrund 5 Antworten zu Lieferengpässen

Was sind die möglichen Gründe für Lieferengpässe?

Lieferengpässe haben generell verschiedenste Ursachen, wie etwa Unterbrechungen in den Produktionsabläufen, der Abriss der Lieferung durch vorgelagerte Lieferanten, beispielsweise wenn befürchtet wird, dass ein Wirkstoff verunreinigt sein könnte. Ein Grund für Lieferengpässe sind nämlich auch die hohen Sicherheitsstandards: Bei dem kleinsten Verdacht z. B. auf Verunreinigung wird aus Sicherheitsgründen die Produktion und Auslieferung angehalten. Hier greifen die vorbildlichen Mechanismen für die Qualitätssicherung. Patientensicherheit geht immer vor!

Was tut die Pharmaindustrie bei Lieferengpässen? Unternehmen melden mögliche Lieferprobleme bei den zuständigen Behörden. Unternehmen tun alles, um Lieferprobleme zu vermeiden und kurz zu halten – sie leben vom Liefern.

Gibt es ernstzunehmende Lieferengpässe?

Jedes nicht lieferbare Medikament ist ein ernstzunehmendes Problem. Nicht jeder Lieferengpass führt auch sofort zu einem Versorgungsengpass. Das Bundesinstitut für Arzneimittel (BfArM) erfasst (wie auch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI)) Meldungen zu Lieferengpässen. Dort liegen derzeit 45 Meldungen zu betroffenen Zulassungen vor – bei insgesamt rund 100.000 Zulassungen. Lieferengpässe sind selten.

Was tut die Industrie zur Vermeidung von Lieferengpässen? Die Verpflichtung der pharmazeutischen Industrie ist es, eine angemessene und kontinuierliche Bereitstellung der in Deutschland in den Verkehr gebrachten Arzneimittel sicherzustellen. Sollte den Unternehmen das einmal nicht gelingen und eine Arzneimittelproduktion muss vorübergehend oder endgültig einstellt werden, muss das angezeigt werden, damit sich die Versorgung darauf einstellen kann. Es drohen der Industrie empfindliche Bußgelder, wenn sie den Verpflichtungen mit Vertragspartnern wie den Krankenkassen nicht nachkommen.

Was tut die Kasse gegen Lieferengpässe?  Laut IQVIA haben allein im Jahr 2017 115  Krankenkassen 14.883 Rabattverträge für 16.610 Handelsformen mit 202 Pharmaherstellern abgeschlossen. Inzwischen werden fast 60 Prozent aller Packungen in der gesetzlichen Krankenversicherung unter Rabattverträgen abgegeben. Zuschläge an mehrere Bieter sind nicht verpflichtend.