18.07.2019 | Gute Nachricht Gut auch für uns Erdlinge: Arzneimittelforschung im All

50 Jahre Mondfahrt – auch Astronauten brauchen Arzneimittel. (Quelle: Shutterstock/ Vladi333)

Vor 50 Jahren sind die Apollo-Raumfahrer zum Mond gereist. Und waren für Gesundheitsprobleme bestens gerüstet. Auch heute sind bei bemannten Missionen im All Arzneimittel in der Bordapotheke. Diese sorgen dafür, dass die Astronauten selbst im Krankheitsfall ihre so wichtige Pionierarbeit fortführen können. Auch für die Arzneimittelentwicklung spielt die Forschung im All eine wichtige Rolle. Gute Nachrichten für uns Erdlinge!

Laut Zusammenstellung der NASA hatten die Apollo-Astronauten folgende Präparate an Bord: 60 antibiotische Mittel, 12 gegen Übelkeit, 18 Schmerzmittel, 60 abschwellende Mittel, 24 gegen Durchfall, 72 Aspirin und 21 Schlafmittel. Davon haben die Crew-Mitglieder der 11. Apollo-Mission allerdings nicht viele einnehmen müssen. Lediglich die Mittel gegen Übelkeit wurden zur Hälfte aufgebraucht. Auch heute sind die meisten eingenommenen Medikamente im Weltraum gegen Übelkeit, Schmerzen und Schlafmittel. Vor der Einnahme konsultieren die Raumfahrer einen Fliegerarzt, außer bei Arzneien gegen Schmerzen und bei Schlafstörungen. Der Beipackzettel muss dafür nicht umgeschrieben werden. Arzneimittel wirken im schwerelosen Raum genauso wie auf der Erde.

Heute findet der Großteil der bemannten Raumfahrt im Erdorbit, auf der Internationalen Raumstation (ISS), statt. Dort experimentiert die Besatzung unter anderem mit Proteinkristallen. Proteine sind die Grundlage des Lebens. Vieles über sie ist jedoch noch nicht bekannt. Was man weiß: Proteinkristalle eignen sich hervorragend zur Erforschung des Aufbaus und der Wirkungsweisen dieser komplexen Bausteine unseres Organismus. Der Vorteil des Alls: Proteinkristalle lassen sich in der Schwerelosigkeit qualitativ wesentlich besser herstellen. Zurück auf der Erde analysieren Forscher anschließend die Struktur der Proteine. Die daraus gewonnen Daten lassen sich nutzen, um Arzneimittel einer neuen Generation zu entwickeln, zum Beispiel gegen die Nervenkrankheit Parkinson.

Übrigens: Weil die ISS „nur“ circa 400 Kilometer von der Erde entfernt ist, können die Crew-Mitglieder im Ernstfall innerhalb von 24 Stunden zurückgebracht werden. Das ist jedoch extrem teuer – und war auch dank der Arzneimittel an Bord bislang noch nie notwendig. Insgesamt also gute Nachrichten für uns Erdlinge und für unsere Forscher im All!

 

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