09.03.2022 | Ratgeber Immuntherapien gegen lästige Allergien

Pricktests können Überempfindlichkeitsreaktionen auf der Haut anzeigen. Sie geben einen Hinweis darauf, ob und für welche Allergien eine spezifische Immuntherapie für Patienten in Frage kommt. (Quelle: Shutterstock/gorillaimages)

Die Nase läuft, die Augen tränen: Allergien können lästig sein. Rund jeder vierte Mensch in Deutschland ist von einer Allergie betroffen. Von Fließschnupfen, Niesanfällen und plötzlich auftretendem Juckreiz bis Bindehautentzündungen, Schwellungen im Gesicht oder Rachenraum und Atembeschwerden – es gibt eine Vielzahl an Symptomen. Linderung kann die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) verschaffen. Was es dabei zu beachten gilt, erklärt Dr. Nicole Armbrüster, Expertin beim Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI).


Hypo... was?

„Die Hyposensibilisierung ist die einzige Therapieform, welche die Ursache einer Allergie an der Wurzel packt und Symptome mittel- bis langfristig lindert“, erklärt Armbrüster, BPI-Geschäftsfeldleiterin Biologische/Pflanzliche Arzneimittel. Der Körper erhält zunächst eine winzige Menge eines hochdosierten Allergen-Extrakts.

“Das Immunsystem reagiert auf das verabreichte Therapieallergen indem es bestimmte Immunzellen aktiviert, welche die Abwehrreaktionen dämpfen, so dass die bekannten Entzündungsreaktionen vermindert ausgelöst werden. Die allergischen Symptome klingen ab und bei erneutem Kontakt entwickelt der Körper eine Toleranz gegen den Allergieauslöser.“


Je früher desto besser

„Es ist von Vorteil, Allergien bereits im Kinder- oder Jugendalter zu therapieren. Das kann das Risiko eines sogenannten Etagenwechsels reduzieren, das heißt, dass die allergischen Reaktionen der Schleimhäute auch auf die Bronchien der Lunge übergreifen und beispielsweise Husten oder asthmatische Beschwerden auslösen. Um zu vermeiden, dass sich ein Asthma bronchiale aufgrund einer unbehandelten Therapie etabliert, ist die Hyposensibilisierung auch schon im Kindesalter möglich“, sagt Dr. Nicole Armbrüster.


Zwei Formen der Hyposensibilisierung

„Es gibt eine Vielzahl von Allergenen, die allergische Reaktionen auslösen können. Am häufigsten sind die Aeroallergene, Allergene die in der Luft schwebend übertragen werden, wie z.B. Pollen, Hausstaub, Schimmelpilzsporen oder Tierhaare. Da der überwiegende Teil der Allergiker auf mehrere dieser Allergene reagiert, ist es möglich bestimmte individualisierte Mischungen für einzelne Patienten her zu stellen, die in Form von Tabletten, Tropfen oder als Spritzenpräparate zur Verfügung stehen“, ergänzt Dr. Armbrüster.

„Im Gegensatz zur subkutanen Therapie, bei der die Allergen unter die Haut gespritzt werden, nimmt der Patient bei einer sublingualen Immuntherapie die Allergene in Form einer Tablette oder als Tropfen eigenständig unter seine Zunge ein und schluckt diese nach etwa zwei Minuten“, ergänzt Dr. Armbrüster. Bei dieser Therapieform wird die Höchstdosis innerhalb der ersten Tage erreicht.

Eine vollständige Hyposensibilisierung dauert bei beiden Therapieformen mindestens drei Jahre, bei Insektengiftallergien bis zu fünf Jahren.


Hier die Tipps der BPI-Expertin:

  • Die häufigsten Allergengruppen, für die sich eine Hyposensibilisierung eignet , sind Gräser-, Getreide- und Baum- und Kräuterpollen, Hausstaubmilben sowie Wespen- und Bienengifte. Auch bei selteneren Allergien, z. B. gegen Katze, Schimmel, Beifuß, usw. gibt es mit der Hyposensibilisierung eine Behandlungsmöglichkeit.
  • Erkundigen Sie sich bei Ihrem allergologisch qualifizierten Facharzt, ob eine Behandlung für Sie in Frage kommt.
  • Informieren Sie sich bei Ihrer Krankenkasse. Diese übernehmen in der Regel die Kosten für eine Hyposensibilisierung.

Weitere Informationen zum Thema Allergien finden Sie hier.

 

HINWEIS: Die hier genannten allgemeinen Ratschläge bieten keine Grundlage zur medizinischen Selbstdiagnose oder -behandlung. Sie können keinen Arztbesuch ersetzen.

Hinweis: Die Verwendung des Fotos ist unter der Quellenangabe Shutterstock_gorillaimages und in Verbindung mit der Pressemeldung honorarfrei.

Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI) vertritt das breite Spektrum der pharmazeutischen Industrie auf nationaler und internationaler Ebene. Über 270 Unternehmen haben sich im BPI zusammengeschlossen.

Kontakt: Andreas Aumann (Pressesprecher), Tel. 030 27909-123, aaumann(at)bpi(dot)de