Dänemark, Finnland und Großbritannien haben es vorgemacht: Institutionenübergreifende, serviceorientierte Biobanken eröffnen neue Dimensionen für den Zugang zu Gesundheitsdaten und humanen Bioproben. Auch Deutschland schlägt diesen Weg ein: Die Etablierung einer „Nationalen Biobank“ wurde als Grundlage für Präventions-, Präzisions- und personalisierte Medizin im Koalitionsvertrag verankert.
Die Grundvoraussetzungen sind gegeben: Mit Unterstützung des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) haben das Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) und das German Biobank Network (GBN) ein starkes Fundament gelegt. Das NUM vereint seit 2020 alle 37 Universitätsklinika und hat Strukturen für standortübergreifende Forschung geschaffen. Das GBN hat 43 akademische Biobanken deutschlandweit vernetzt, Standards zur Qualitätssicherung eingeführt und einen „Sample Locator“ (samplelocator.bbmri.de) entwickelt. Als „National Node“ der europäischen Forschungsinfrastruktur BBMRI-ERIC treibt das GBN auch den internationalen Austausch im Biobanking voran. 2025 wurden NUM und GBN zusammengeführt – ein optimaler Ausgangspunkt für den Ausbau zu einer Biobank-Plattform für Deutschland. Mit einem zentralen „One-Stop-Shop“ für Forschende und Industrie wird diese den Zugang zu hochwertigen Daten und Proben erheblich beschleunigen. Sie wird zugleich für außeruniversitäre Partner wie die Fraunhofer-Biobankstrukturen offenstehen und so weitere zukunftsweisende Perspektiven für die technologische Weiterentwicklung eröffnen.
