08.11.2018 | Pressemeldung BPI stößt „Allianz für Gesundheitsversorgung“ an

Beim 32. BPI-Unternehmertag in Berlin warb der designierte Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI), Dr. Kai Joachimsen, heute bei Politik und gesundheitspolitischen Stakeholdern für eine „Allianz für Gesundheitsversorgung“.

„Wir alle kennen die Probleme der Arzneimittelversorgung, die Politik weiß um die Sorgen der Menschen. Aber: Alleine kann die pharmazeutische Industrie diese nicht schultern. Es braucht, um wirklich etwas bewegen zu wollen, Weitsicht, einen Plan und Mitstreiter“, so sein Appell. „Die Erhöhung der Impfquote der Bevölkerung bleibt ein Problem. Nicht, weil die pharmazeutische Industrie keine Impfstoffe herstellt, sondern weil bei Impfstoffen kollektiv gespart wird“, mahnte Dr. Kai Joachimsen die Haltung der Politik und Selbstverwaltung beispielhaft an. Wohin das führe, erlebten die Menschen gerade quasi live: Nach der juristischen Auseinandersetzung, die der BPI mit der AOK Nordost um deren Apothekerverträge geführt hat, war die Lage zunächst unklar. Dann kam das Warten. Erst auf die Ständige Impfkommission (STIKO), ob eine Impfempfehlung ausgesprochen wird, dann auf den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), ob quadrivalente Vakzine zum Leistungskatalog der Kassen gehören. Und jetzt gingen die Grippe-Impfstoffe aus. „Wir haben es kommen sehen“, so Joachimsen, und bot gleich die Lösungsstrategie der Industrie an: Festpreisvereinbarungen und sämtliche Ausschreibungsmodelle müssen – wie im AMVSG (Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz) bereits richtigerweise erkannt – ersatzlos gestrichen werden.

Ebenso drängend sind, so der BPI-Chef in spe, auch Lösungen für die übergeordneten Handlungsfelder Digitalisierung und Standortsicherung: Die ökonomische Zukunftsfähigkeit hänge maßgeblich von einer digitalen Strategie ab. Gleichzeitig sei nur eine Standortpolitik, die sich nachhaltig und glaubwürdig zu einer Technologieoffenheit bekennt, in der Lage, den Innovations- und Produktionsstandort Deutschland im Wettbewerb mit etwa den USA oder China zu sichern. Im Gegenzug liefere die pharmazeutische Industrie innovative Arzneimittel, mit denen von 30.000 bekannten Erkrankungen heute schon immerhin etwa 10.000 behandelt werden können, und sie entwickeln Wirkstoffe weiter, die neue Anwendungsoptionen eröffnen oder eine therapeutische Verbesserung darstellen.

Es brauche, so Joachimsen, um wirklich etwas bewegen zu wollen, Weitsicht, einen Plan und Mitstreiter. „Ohne ein Aktionsprogramm bleiben die klinische Forschung und die Versorgungsforschung in Deutschland hinter ihren Möglichkeiten weit zurück. Ohne eine gemeinsame Landkarte riskieren wir Produktions- und Planungssicherheit. Ohne faire, wettbewerbsorientierte und innovationsfreundliche Marktbedingungen verspielen wir die Stärke des Standorts Deutschland. Wir brauchen eine ALLIANZ FÜR DIE GESUNDHEITSVERSORGUNG.“

Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI) vertritt das breite Spektrum der pharmazeutischen Industrie auf nationaler und internationaler Ebene. Über 260 Unternehmen haben sich im BPI zusammengeschlossen.

Kontakt: Julia Richter (Pressesprecherin), Tel. 030 27909-131, jrichter(at)bpi(dot)de