04.11.2018 | Hintergrund Erkenntnisse aus Zahlen und Daten

Die Versorgungsforschung untersucht die Wirksamkeit und Leistungsfähigkeit des Gesundheits- und Versorgungssystem (Versorgungsstrukturen und -prozesse; Gesundheitsorganisationen), da die Wirksamkeit eines Systems danach bemessen wird, wie gut es zur Heilung, Lebensverlängerung und/oder Verbesserung der Lebensqualität beiträgt.

Ein weiterer Schwerpunkt der Versorgungsforschung ist die Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse in praxisbezogene Modelle der Strukturverbesserung auf Mikro aber auch Makroebene. Dazu gehören auch Modelle für die Gestaltung von Interventionen in Gesundheitsorganisationen und Gesundheitsnetzwerken (z.B. Integrierte Versorgung), durch die z. B. das Verhalten der Akteure (z.B. Ärzte und Patienten) geändert werden kann und die Systemergebnisse (Lebenserwartung, Lebensqualität, Zufriedenheit der Patienten) verbessert werden. Vor dem Hintergrund der demographischen Veränderungen und die durch das Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung eingeführten ökonomischen Evaluationen für Arzneimittel, entsteht das wachsende Bedürfnis nach umfassenden Erkenntnissen vor allem zu therapeutischen Ansätzen in der Behandlung von Patienten. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie das Gesundheits- und Versorgungssystem gestaltet sein muss, um zu einer Optimierung von Qualität und Wirtschaftlichkeit beizutragen.

Da sich die Versorgungsforschung auch mit den Ergebnissen der Interventionen im Gesundheitssystem beschäftigt, kann sie eine Fülle von Informationen generieren, die auch für die ökonomisch Evaluation von Arzneimitteln relevant sind. Die praktische Umsetzung der Erkenntnisse aus der Versorgungsforschung kann zu einer Optimierung von Qualität und Wirtschaftlichkeit vor allem der Therapie von Patienten beitragen. Somit ist die Versorgungsforschung für alle Beteiligten im Gesundheitssystem, aber auch darüber hinaus, von Interesse. Versorgungsforschung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, zu der alle Institutionen und Organisationen (Akteure) im Gesundheitssystem beitragen müssen. Dies gilt auch für die pharmazeutische Industrie.