28.03.2018 | Gute Nachricht Intelligente Arzneimittelformen

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Vor genau 80 Jahren fing alles an. Israel Lipowski entwickelte eine beschichtete Tablette, die den enthaltenen Wirkstoff über einen längeren Zeitraum hinweg freisetzte. Damit war er Vorreiter einer Entwicklung, die erst 15 Jahre später einsetzen sollte. Die Rede ist von kontrollierten therapeutischen Systemen. So bezeichnet man Darreichungsformen, die Arzneistoffe an einer bestimmten Stelle, mit einer bestimmten Rate und über einen festgelegten Zeitraum freisetzen. Diese Systeme bringen dem Patienten große Vorteile, denn je zielgenauer der Wirkstoff eingesetzt wird, desto weniger wird davon benötigt. Das sorgt für weniger Nebenwirkungen und mehr Sicherheit in der Arzneimitteltherapie.

Neben Retardkapseln, die einen Wirkstoff über einen längeren Zeitraum verzögert freigeben, gibt es eine Vielzahl an intelligenten und optimierten Arzneimittelformen. So wurde Ende 2017 in den USA eine als „Big-Brother-Tablette“ bezeichnete Kapsel zugelassen. Sie enthält einen Sensor, der sein Signal abgibt, sobald er mit Magensäure in Kontakt kommt. Dadurch kann eine höhere Compliance erreicht werden, sprich, weniger Patienten brechen eine verordnete Therapie aufgrund von Nebenwirkungen o.ä. ab. Damit der Wirkstoff an seinen richtigen Platz kommt, werden auch die Kleinsten der Kleinen genutzt: Nanopartikel. Mit ihrer Hilfe können Arzneistoffe zum Beispiel direkt in eine Tumorzelle transportiert werden, wo sie das Tumorwachstum stärker begrenzen können, als es der Wirkstoff alleine ohne die kleinen Helfer könnte. Aber auch transdermale Pflaster zählen zu den intelligenten Arzneimittelformen. Durch sie gelangen Wirkstoffe über die Haut in den Körper. Vor allem Schmerzpatienten und Menschen die sich das Rauchen abgewöhnen, profitierten von dieser Darreichungsform. Pharmazeutische Unternehmen forschen weltweit an intelligenten und optimierten Arzneimittelformen. Eine gute Nachricht!

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