27.04.2018 | Pressemeldung WIdO-Studie täuscht über Tatsachen hinweg

Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) warnt davor, die Augen vor akuten Versorgungsproblemen zu verschließen. Die AOK kann mit den Berechnungen aus ihren eigenen Versicherten-Daten nicht darüber hinwegtäuschen, dass – wie bei Impfstoffen oder Antibiotika – die Anbietervielfalt am Markt schwindet. Das gleiche gilt für versorgungskritische Wirkstoffe.

Die Scharfstellung der Arzneimittel-Rabattverträge im Jahr 2007 im rabattvertragsgeregelten Markt hat dazu geführt, dass bei versorgungskritischen Wirkstoffen oftmals nur wenige, manchmal bis nur noch zwei aktive Anbieter im Markt sind. Durch diese Oligopolisierung drohen akut Lieferengpässe – und hier zudem im Notfall lebensbedrohliche Versorgungsengpässe für die Patienten. Aus gutem Grund hat der Gesetzgeber reagiert und mit dem Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz (AMVSG) zunächst die Impfstoffausschreibungen abgeschafft. Denn Impfstoffe sind aufgrund der Komplexität der Produktion ein Beispiel für Märkte mit wenigen Anbietern. Dass jetzt die Politik die Rabattverträge für „lebenswichtige“ Arzneimittel hinterfragt, ist ein konsequenter Schritt, um die Versorgung der Patienten für die Zukunft sicherzustellen. Dr. Norbert Gerbsch stellvertretender BPI-Hauptgeschäftsführer: „Der Verzicht auf Rabattverträge bei versorgungskritischen Arzneimitteln mit wenigen Anbietern und die Mehrfachvergabe für Generika gehören in den Maßnahmenkatalog.“

Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e. V. (BPI) vertritt das breite Spektrum der pharmazeutischen Industrie auf nationaler und internationaler Ebene. Über 250 Unternehmen haben sich im BPI zusammengeschlossen.

Ihr Ansprechpartner: Julia Richter, Tel. 030/27909-131, jrichter(at)bpi(dot)de