15. AMG-Novelle verbessert Versorgung nicht! - Strafzahlungen bei Direktvertrieb in letzter Minute gestoppt
Im Bereich der Rezepturarzneimittel konnte eine Verschlechterung der Versorgung verhindert werden. Ursprünglich sollte die zulassungsfreie Herstellung von Rezepturen aus zugelassenen Fertigarzneimitteln auf patientenindividuelle Zytostatikazubereitungen und parenterale Ernährungslösungen beschränkt werden. Doch auch andere Patienten, beispielsweise mit Rheuma oder Mukoviszidose, benötigen individuell für sie hergestellte Rezepturen. In besonderen Bedarfsfällen, in denen kein therapeutisch sinnvolles Fertigarzneimittel auf dem Markt ist, müssen über die oben genannten Anwendungsbereiche hinaus Individualrezepturen möglich sein. Ansonsten wäre die Versorgung schwer kranker Patienten gefährdet. Nun wurde die Regelung nach massiver Kritik des BPI auf besondere medizinische Bedarfsfälle erweitert. Zu kritisieren ist die Regelung zum sog. „Compassionate Use“, die schlicht falsch, wirtschafts- und innovationsfeindlich ist. Diese sieht vor, dass Arzneimittel ohne therapeutische Alternativen, die sich noch im Zulassungsverfahren befinden, für die Behandlung von Patienten mit lebensbedrohenden Krankheiten vom Hersteller kostenlos zur Verfügung gestellt werden müssen. „Da aber die Zulassungsverfahren in Deutschland mit 28 Monaten im Durchschnitt viermal so lang dauern wie im Gesetz vorgesehen, wird die Versorgung schwerstkranker Menschen von der GKV auf die Schultern der Pharmaindustrie abgewälzt. Wir haben hier große verfassungsrechtliche Bedenken. Ob diese Regelung in Zukunft Stand halten wird, ist sehr fraglich“, erklärte Fahrenkamp. Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e. V. (BPI) vertritt mit seiner über 50jährigen Erfahrung auf dem Gebiet der Arzneimittelforschung, -entwicklung, -zulassung, -herstellung und -vermarktung das breite Spektrum der pharmazeutischen Industrie auf nationaler und internationaler Ebene. Über 260 Unternehmen mit rund 72.000 Mitarbeitern haben sich im BPI zusammengeschlossen. Dazu gehören klassische Pharma-Unternehmen, Unternehmen aus dem Bereich der Biotechnologie, der pflanzlichen Arzneimittel, der Homöopathie / Anthroposophie und Pharma-Dienstleister. Ihr Ansprechpartner: Joachim Odenbach, Tel.: 030/27909-131, jodenbach@bpi.de