Arzneimittelausgaben: Balance statt Klischees
In Wirklichkeit sind die Preise durch den Preiskampf im Generikamarkt rückläufig – auch unter Berücksichtigung der patentgeschützten Arzneimittel bewegen sich die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung 2009 im vereinbarten Rahmen. „Von Kostenexplosion keine Spur – statt kurzatmiger Kostendämpfung ist eine ordnungspolitische Reform notwendig, dazu haben wir erst kürzlich Vorschläge vorgelegt“ ergänzt Fahrenkamp. Das Modell des BPI zur Preisbildung patentgeschützter Arzneimittel setzt auf Verhandlungen zwischen Kassen und Herstellern und eine Balance zwischen den Ausgaben für Arzneimittel und den notwendigen Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Denn die zeigt Wirkung, wie das Beispiel HIV / AIDS belegt – einer Erkrankung, bei der sich die Lebenserwartung dank neuer Medikamente um durchschnittlich 13 Jahre verlängert hat. In der aktuellen Debatte geht auch völlig verloren, dass die pharmazeutischen Unternehmen durch den aggressiven Preiskampf im nicht patentgeschützten Markt erhebliche Umsatzrückgänge hinnehmen müssen, Unternehmen vom Markt verdrängt werden und damit Arbeitsplätze ins Ausland verlagert werden. „Hier sparen die Kassen – und gefährden die Existenz der heimischen Industrie“, unterstreicht Fahrenkamp. „Wir rufen zu einer Versachlichung der Diskussion und einer nüchternen Betrachtung des ganzen Pharmamarktes auf“, so Fahrenkamp, „denn Qualität, Sicherheit der Versorgung und Innovation kann es nicht zum Nulltarif geben!“. Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e. V. (BPI) vertritt mit seiner fast 60jährigen Erfahrung auf dem Gebiet der Arzneimittelforschung, -entwicklung, -zulassung, -herstellung und -vermarktung das breite Spektrum der pharmazeutischen Industrie auf nationaler und internationaler Ebene. Über 260 Unternehmen mit rund 73.000 Mitarbeitern haben sich im BPI zusammengeschlossen. Dazu gehören klassische Pharma-Unternehmen, Pharma-Dienstleister, Unternehmen aus dem Bereich der Biotechnologie, der pflanzlichen Arzneimittel und der Homöopathie/Anthroposophie. Ansprechpartner: Joachim Odenbach, Tel. 030/27909-131, jodenbach@bpi.de