Wenn im Beipackzettel davon die Rede ist, dass das Medikament vor dem Essen eingenommen werden soll, bedeutet das nicht unmittelbar vor der Mahlzeit sondern mindestens 30 Minuten vorher. Nur so gelangt der Wirkstoff auf dem schnellsten Wege zum Magen oder Dünndarm und wird dort rasch aufgenommen. „Während des Essens“ oder kurz nach dem Essen sollten Tabletten eingenommen werden, die die Magenschleimhaut angreifen können, sich deshalb mit dem Nahrungsbrei vermengen und mit Verzögerung wirken. Wie Medikamente generell wirken, hängt jedoch nicht nur davon ab, ob sie vor, nach oder mit dem Essen aufgenommen werden. Auch die Tageszeit oder die Art der Pille kann eine Rolle spielen: „Kortisonpräparate sind zum Beispiel früh morgens vor acht Uhr am wirksamsten und nebenwirkungsärmsten“, sagt Dr. Peters. „Der Grund: Zu früher Stunde schüttet der Körper selbst Kortison aus und die Zugabe von außen stört den Organismus weniger. Auch die Art der Tablette beeinflusst die Wirkung. So gibt es zum Beispiel Retardtabletten, die den Wirkstoff verlangsamt freisetzen und lange wirken. Nicht zuletzt ist bei der Arzneimitteleinnahme auch entscheidend, was man überhaupt gegessen hat. Sehr fettige und schwere Mahlzeiten können zum Beispiel die Wirkung von bestimmten Betablockern gegen Bluthochdruck abschwächen. Man sollte solche Präparate also lieber vor dem großen Osterbrunch einnehmen.“
HINWEIS: Die hier genannten allgemeinen Ratschläge bieten keine Grundlage zur medizinischen Selbstdiagnose oder –behandlung. Sie können keinen Arztbesuch ersetzen.