Arzneimitteltherapiesicherheit ist mehr als ein Flyer
Zur Arzneimitteltherapiesicherheit gehört vor allem ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Austausch verordneter Präparate. Wer sich über die Verordnung des Arztes hinwegsetzt, muss sich wenigstens an die Regeln halten.So wurden bei Rabattverträgen Zuschläge für Medikamente vergeben, die nicht für alle Anwendungsgebiete des jeweiligen Wirkstoffes zugelassen sind. Wenn diese, wie von BMG, AOKen und Spitzenverband Bund gefordert, unbegrenzt untereinander ausgetauscht werden, erhält der Patient Präparate, in deren Packungsbeilage keine Informationen zu seiner Krankheit enthalten sind. Ferner fehlen die entsprechenden Anwendungs- und Dosierungshinweise – mit allen möglichen Folgen für die korrekte Anwendung durch den Patienten. Potenzielle Einsparungen werden hier klar vor die Frage der Arzneimitteltherapiesicherheit gestellt. Noch problematischer wird es, wenn es um die Austauschbarkeit von sogenannten Biosimilars geht. Biosimilars sind biotechnologisch erzeugt und ein protein-basierter Nachahmer-Arzneistoff, der nach Ablauf der Patentzeit eines Originalwirkstoffs zugelassen wird. „Die Wirkstoffe dieser neuartigen Biotechnologie-Erzeugnisse sind, anders als die klassischen, molekülstruktur-definierten Arzneistoffe, nicht völlig identisch zum Originalwirkstoff und erfordern deshalb aufwendigere Zulassungsverfahren und Überwachungsmaßnahmen als die klassischen Generika. Ein Austausch ist hier gar nicht angezeigt“, so Sickmüller. Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e. V. (BPI) vertritt mit seiner über 50jährigen Erfahrung auf dem Gebiet der Arzneimittelforschung, -entwicklung, -zulassung, -herstellung und -vermarktung das breite Spektrum der pharmazeutischen Industrie auf nationaler und internationaler Ebene. Über 260 Unternehmen mit rund 72.000 Mitarbeitern haben sich im BPI zusammengeschlossen. Dazu gehören klassische Pharma-Unternehmen, Unternehmen aus dem Bereich der Biotechnologie, der pflanzlichen Arzneimittel, der Homöopathie/Anthroposophie und Pharma-Dienstleister. Ihr Ansprechpartner: Joachim Odenbach, Tel.: 030/27909-131, jodenbach@bpi.de