BPI fordert Diskussion über die Finanzierbarkeit des medizinischen Fortschritts
Statt nach immer weiteren und neuen Sparinstrumenten im Arzneimittelbereich zu rufen, die das Grundproblem nicht beheben würden, schlägt der BPI zur Entlastung des finanziellen Drucks im Gesundheitssystem die Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf Arzneimittel vor. Wegener: „Bei einer Ermäßigung der Umsatzsteuer für Arzneimittel auf sieben Prozent könnte der Beitragssatz für die GKV-Versicherten um 0,3 Prozentpunkte gesenkt werden, da das Gesundheitssystem um rund drei Milliarden Euro entlastet würde. Die Politik könnte die Bürger im Bereich der Selbstmedikation zusätzlich finanziell entlasten, da der überwiegende Teil der rezeptfreien Arzneimittel seit 2004 per Gesetz nicht mehr von den Krankenkassen erstattet werden.“ Außerdem könnte der GKV durch die Verlagerung versicherungsfremder Leistungen ins allgemeine Steuersystem weitere 4 Milliarden Euro erspart werden. Familienpolitische Leistungen sollten generell nicht allein durch lohnbezogene GKV-Beiträge, sondern gesamtgesellschaftlich durch alle Bürger finanziert werden. Somit wären die 4 Milliarden Steuerzuschuss in 2009 eine echte Steuerfinanzierung und nicht nur der Versuch einer Kompensationszahlung für GKV-fremde Leistungen, erklärte Wegener. Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e. V. (BPI) vertritt mit seiner über 50jährigen Erfahrung auf dem Gebiet der Arzneimittelforschung, -entwicklung, -zulassung, -herstellung und -vermarktung das breite Spektrum der pharmazeutischen Industrie auf nationaler und internationaler Ebene. Über 260 Unternehmen mit rund 72.000 Mitarbeitern haben sich im BPI zusammengeschlossen. Dazu gehören klassische Pharma-Unternehmen, Unternehmen aus dem Bereich der Biotechnologie, der pflanzlichen Arzneimittel, der Homöopathie / Anthroposophie und Pharma-Dienstleister. Ihr Ansprechpartner: Wolfgang Straßmeir, Tel. 030/27909-131, wstrassmeir@bpi.de