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BPI: Therapievielfalt in Gefahr

Die Delegierten der Hauptversammlung des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI) haben auf ihrer Jahreshauptversammlung am 19. Juni 2007 in Hannover über die aktuelle Situation der pharmazeutischen Industrie beraten. Trotz einiger positiver Änderungen, die mit der Gesundheitsreform (GKV-WSG) erreicht werden konnten, zeigten die aktuellen Marktentwicklungen, dass sich die Arzneimittelversorgung für die Bevölkerung zukünftig erheblich verändern werde, so die Delegierten aus den BPI-Mitgliedsunternehmen in ihrer Einschätzung.
Der BPI sieht die Gefahr, dass durch die politisch initiierte Marktkonzentration in der Pharmabranche langfristig nur wenige Oligopole den Markt unter sich aufteilen und die Preise für Arzneimittel langfristig wieder steigen werden. Die aktuell in der Diskussion stehenden Rabattverträge würden zwar kurzzeitig die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für Arzneimittel dämpfen. Aufgrund der weiterhin strukturellen und finanziellen GKV-Probleme bedeute dies aber lediglich einen Tropfen auf dem heißen Stein, erklärte Dr. Bernd Wegener, Vorsitzender des BPI. Mit dieser Entwicklung sei auch die Therapievielfalt gefährdet, da kleine und mittlere Unternehmen zunehmend in Schwierigkeiten geraten, sich mit ihren Produkten auf dem deutschen Arzneimittelmarkt gegen international agierende Multikonzerne zu behaupten. Außerdem forderte der BPI, dass der Abschluss von Arzneimittel-Rabattverträgen als unternehmerisches Handeln der gesetzlichen Krankenkassen anerkannt wird. Die BPI Hauptversammlung diskutierte weiterhin über die Gründung einer Schieds- bzw. Schlichtungsstelle zur Freiwilligen Selbstkontrolle der pharmazeutischen Industrie. Wegener erklärte hierzu: „Die BPI-Mitgliedsunternehmen werden sich bei allen Maßnahmen in der Vermittlung von Informationen und in der Zusammenarbeit mit der Ärzteschaft an einen anerkannten Verhaltenskodex zur Förderung der pharmazeutischen Industrie orientieren und diesen umsetzen. Daran wird sich nichts ändern. Der BPI stellt es jedoch seinen Mitgliedsunternehmen künftig frei, sich weiterhin im FSA („Freiwillige Selbstkontrolle der Arzneimittelindustrie e.V.“) oder in einer neuen Schieds- bzw. Schlichtungsstelle, die unabhängig vom BPI, die Interessen der mittelständischen pharmazeutischen Unternehmen vertreten wird, zu organisieren. Im Zentrum der neuen Schieds- bzw. Schlichtungsstelle, die auf der Grundlage des international anerkannten BPI-Verhaltenskodex arbeiten wird, werden auch Consulting und Service stehen, um pharmazeutischen Unternehmen Unterstützung in allen wettbewerbsrechtlichen Fragen anzubieten.“ Nach Wegener werden die Gremien des BPI die weiteren notwendigen Schritte vorbereiten. Mit dem Start dieser neuen Schieds- bzw. Schlichtungsstelle mit erweiterter Funktion rechnet der BPI Anfang nächsten Jahres. Ihr Ansprechpartner: Wolfgang Straßmeir, Tel. 030/27909-131, wstrassmeir@bpi.de