Eckpunkte im Kabinett beschlossen Preisregulierung gleich - Deregulierung später
Die Gesetzesinitiative zu Preismoratorium und erhöhten Zwangsabschlägen wurde bereits ins parlamentarische Verfahren eingebracht. „Wir sind maßlos enttäuscht, dass dirigistische Kostendämpfungsinstrumente sofort kommen – Verbesserungen dagegen – vielleicht – später“, so Wegener. „Von einer auf die Kräfte des Marktes vertrauenden christlich-liberalen Koalition haben wir Vorschläge erwartet, die auf Basis von Marktmechanismen eine vernünftige Balance zwischen den notwendigen Voraussetzungen für hohe Qualität, effektive Forschung und den Arzneimittelausgaben herstellen“, so Wegener. Nicht einmal die gemäß der EU-Transparenzrichtlinie geforderte Möglichkeit, in begründeten Härtefällen – von denen es z. B. im Bereich der Arzneimittel für seltene Erkrankungen einige gibt - Preiserhöhungen auf Antrag durchzuführen, ist bisher vorgesehen. An diese Vorgaben muss sich jedoch auch deutsches Recht halten, wenn man schon zu solch drastischen dirigistischen Schritten greift. „Auch wenn ich mich wiederhole: Die Erfahrung der letzten zwanzig Jahre zeigt, dass erhöhte Zwangsrabatte und Preisstopp keine geeigneten Mittel sind, um das Gesundheitswesen nachhaltig zu sanieren – im Gegenteil: kurzfristige Einsparungen werden mit der Beschädigung des deutschen Pharmastandortes erkauft. Nachhaltige strukturelle Verbesserungen, das ist es, was wir sofort brauchen“, so Wegener. Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e. V. (BPI) vertritt das breite Spektrum der pharmazeutischen Industrie auf nationaler und internationaler Ebene. Über 260 Unternehmen mit rund 73.000 Mitarbeitern haben sich im BPI zusammengeschlossen. Ansprechpartner: Joachim Odenbach, Tel. 030/27909-131, jodenbach@bpi.de