Entwicklungsanreize funktionieren: Pharmaindustrie entwickelt neue Therapien für seltene Erkrankungen
Die vor neun Jahren von der EU erlassene Orphan-Drug Verordnung (EG) 141/2000 fördert die Entwicklung von Arzneimitteln gegen seltene Erkrankungen, indem u. a. wirtschaftliche Anreize geschaffen werden. Diese Anreize sind notwendig, da die Entwicklung dieser Arzneimittel wegen der kleinen Patientenzahlen sonst nicht möglich wäre. Zum zweiten europäischen Tag der seltenen Erkrankungen sagt Prof. Barbara Sickmüller, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des BPI: „Die Gesetzgebung hat eine sehr wichtige Entwicklung in Gang gebracht. In den vergangenen acht Jahren sind in Europa ca. 50 Orphan Drugs zugelassen worden. Für die nächsten Jahre sind weitere neue Arzneimittel für bisher nicht oder nur unzureichend behandelbare seltene Erkrankungen zu erwarten.“ Die EU hat darüber hinaus vor, auch im Bereich der Diagnostik, der Ursachenforschung und der Vernetzung von ärztlichen Kompetenzzentren einen weiteren Anschub zur besseren Therapie von Patienten mit seltenen Leiden zu leisten. Auch der frühzeitige Zugang von Patienten zu dringend benötigten Therapien hat sich verbessert. Seit 2005 haben Patienten unter bestimmten Voraussetzungen Zugang zu noch nicht zugelassenen Arzneimitteln, sofern die Sicherheit des Arzneimittels belegt ist. Dadurch ist ein frühzeitiger Therapiebeginn für die von seltenen Leiden betroffenen Patienten möglich. Leider sind die gesetzlichen Krankenkassen bislang nicht gesetzlich verpflichtet, zu diesem Zeitpunkt die Kosten für die Therapie zu übernehmen. Als selten gilt eine Krankheit in der EU, wenn weniger als fünf von 10.000 Menschen in der EU von ihr betroffen sind. Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e. V. (BPI) vertritt mit seiner über 50jährigen Erfahrung auf dem Gebiet der Arzneimittelforschung, -entwicklung, -zulassung, -herstellung und -vermarktung das breite Spektrum der pharmazeutischen Industrie auf nationaler und internationaler Ebene. Über 260 Unternehmen mit rund 72.000 Mitarbeitern haben sich im BPI zusammengeschlossen. Dazu gehören klassische Pharma-Unternehmen, Unternehmen aus dem Bereich der Biotechnologie, der pflanzlichen Arzneimittel, der Homöopathie / Anthroposophie und Pharma-Dienstleister. Ihre Ansprechpartnerin: Luisa Lorenz, Tel. 030/27909-135, presse@bpi.de