Pharmaindustrie sieht Arzneimittelversorgung durch Gesundheitsreform in Gefahr Weniger Investitionen in Forschung und Entwicklung
Wegener sieht vor allem in der daraus resultierenden nachlassenden Investitionsbereitschaft in Forschung und Entwicklung (F&E) eine „sorgenvolle Tendenz“, die durch die geplante Gesundheitsreform (GKV-WSG) noch verstärkt werde. Durch die restriktive Gesundheitspolitik und die Innovationsfeindlichkeit der Entscheidungsträger im Gesundheitswesen, erodiere das Eigenkapital. Viele Pharmahersteller reduzierten ihre F&E-Ausgaben. Durch die politisch gewollte negative Preisspirale stießen Hersteller aller Unternehmensgrößen an ihre betriebwirtschaftlichen Grenzen. Damit bestehe auch die Gefahr, so Wegener, dass wertvolle Arzneimittel zukünftig nicht mehr produziert werden könnten. Dies treffe vor allem die Patienten, die an einer seltenen Krankheit bzw. an einer Unverträglichkeit für Standardmedikamente leiden, sagte der BPI-Vorsitzende. Wegener: „Gerade in den kleinen innovativen Schritten steckt das Zukunftspotential des medizinischen Fortschritts. Wer hier die Daumenschrauben weiter festdreht, stranguliert die medizinische Forschung, setzt den pharmazeutischen Mittelstand und die künftige medizinische Versorgung aufs Spiel.“ Der BPI-Vorsitzende verwies dabei insbesondere auf die durch Schrittinnovationen erzielten Fortschritte, z. B. in der Krebstherapie. Als weitere Konsequenz der geplanten Gesundheitsreform würden die Beschäftigungszahlen in der pharmazeutischen Industrie zurückgehen, meinte Wegener. Die geplante Gesundheitsreform gehe „eindeutig in Richtung einer standardisierten staatlichen Zuteilungsmedizin“.