Pharmamarkt: Scheininnovationen aus der Politik
„Reformierte Festbeträge ohne den ruinösen Preisverfall durch das Instrument der Zuzahlungsbefreiung statt Rabattverträgen im Generikamarkt und Verhandlungen zwischen Herstellern und Kassen über patentgeschützte Arzneimittel: das ist der Weg voran“, so Wegener und ergänzt: „Interessant, dass man uns zu unseren eigenen Vorschlägen zwingen will – denn wir haben schon Ende Januar 2010 ein Konzept vorgelegt, das Verhandlungen zwischen Herstellern und Kassen über patentgeschützte Arzneimittel vorschlägt. Entscheidend sind die Spielregeln, unter denen verhandelt wird. Denn hier entscheidet sich, was entsteht: noch mehr Bürokratie und staatlicher Dirigismus oder ein selbstregulierendes System, das eine Balance zwischen Arzneimittelausgaben und dringend benötigten Innovationen sicherstellt.“ Die Politik setzt bei Ihren Überlegungen stark auf Nutzenbewertungen von Arzneimitteln. „Wir auch“, so Wegener „aber es wird so getan, als seien diese komplexen Bewertungen auf Knopfdruck abrufbar – das ist eine Illusion“. „Handlungsdruck besteht: Bei der Reform des generischen Marktes und der Rabattverträge. Wir fordern daher eine sachliche Diskussion – denn Schein- innovationen aus der Politik helfen niemandem weiter“, betont Wegener. Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e. V. (BPI) vertritt mit seiner fast 60jährigen Erfahrung auf dem Gebiet der Arzneimittelforschung, -entwicklung, -zulassung, -herstellung und -vermarktung das breite Spektrum der pharmazeutischen Industrie auf nationaler und internationaler Ebene. Über 280 Unternehmen mit rund 73.000 Mitarbeitern haben sich im BPI zusammengeschlossen. Dazu gehören klassische Pharma-Unternehmen, Pharma-Dienstleister, Unternehmen aus dem Bereich der Biotechnologie, der pflanzlichen Arzneimittel und der Homöopathie/Anthroposophie. Ansprechpartner: Joachim Odenbach, Tel. 030/27909-131, jodenbach@bpi.de