Rabattverträge untergraben Verbrauchersouveränität!
Die AOK will Medikamente, die nicht für alle Anwendungsgebiete des jeweiligen Wirkstoffes zugelassen sind, unbegrenzt untereinander austauschen. Wenn dies passiert, erhält der Patient Präparate, in deren Packungsbeilage keine Informationen zu seiner Krankheit enthalten sind. Es fehlen auch die entsprechenden Anwendungs- und Dosierungshinweise. Dies kann gravierenden Folgen für den Patienten haben. Wenn es der Bundesregierung mit der Stärkung der Verbraucher- und Patientensouveränität ernst sei, müsse sie die Entscheidungsmöglichkeiten des Verbrauchers stärken. Dazu bedürfe es einer umfassenden Informationsmöglichkeit, die nicht weiterhin dubiosen Internetanbietern aus dem Ausland überlassen werde dürfe. Es müsse endlich möglich sein, die behördlich genehmigten Informationen über Arzneimittel dem Patienten direkt zugänglich zu machen. „Es geht uns nicht um amerikanische Verhältnisse. Wir fordern nicht die Werbung für verschreibungspflichtige Arzneimittel beim Patienten. Es muss dem Patienten aber möglich gemacht werden, in der globalisierten Medienwelt, beispielsweise im Internet, Packungsbeilagen von Arzneimitteln und andere von den Zulassungsbehörden genehmigte Texte einsehen zu können. Wir fordern die Möglichkeit zu informieren, um somit unseren Beitrag zur Patientensicherheit und Patientensouveränität zu leisten. Dies führt auch zu einer höheren Patientencompliance und zu einer stärkeren Identifikation mit der eigenen Therapie“ erklärte Wegener. Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e. V. (BPI) vertritt mit seiner über 50jährigen Erfahrung auf dem Gebiet der Arzneimittelforschung, -entwicklung, -zulassung, -herstellung und -vermarktung das breite Spektrum der pharmazeutischen Industrie auf nationaler und internationaler Ebene. Über 260 Unternehmen mit rund 72.000 Mitarbeitern haben sich im BPI zusammengeschlossen. Dazu gehören klassische Pharma-Unternehmen, Unternehmen aus dem Bereich der Biotechnologie, der pflanzlichen Arzneimittel, der Homöopathie/Anthroposophie und Pharma-Dienstleister. Ihr Ansprechpartner: Joachim Odenbach, Tel.: 030/27909-131, jodenbach@bpi.de