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Selbstmedikation: Ein Markt im Umbruch Neue Herausforderungen für Pharmaunternehmen und Apotheken

Der Selbstmedikationsmarkt wächst zwar langsamer als erwartet, aber er wächst. Der Bereich der OTC-Arzneimittel legte 2005 um 0,2 Prozent nach Umsatz zu. Für den erweiterten Selbstmedikationsmarkt sehen die Marktdaten 2005 insgesamt jedoch optimistischer aus: der Zuwachs betrug hier 4,4 Prozent nach Umsatz. Dieser erweiterte Selbstmedikationsmarkt umfasst rezeptfreie Arzneimittel und diätetische Lebens- und Nahrungsergänzungsmittel. Der gestern neu gewählte Vorstand der BPI Fachabteilung Selbstmedikation sieht diese Entwicklung als Chance und Herausforderung.

Die Apotheken haben auf die veränderten Marktbedingungen nach dem In-Kraft-Treten des Gesundheits-Modernisierungesetzes (GMG) Anfang 2004 reagiert und erweisen sich als robuste Spieler im Markt der Selbstmedikation. Mit weitgehend stabilen Preisen, qualitativem Marktwachstum, verstärkter Kundenorientierung und optimierter Sicht-Freiwahl von Produkten scheinen die Apotheken den Umwandlungsprozess hin zum Dienstleister offensiv zu gestalten. Außerdem ist inzwischen jede zweite Apotheke Mitglied in einer Kooperation. Pharmazeutische Hersteller sind im Umgang mit Apothekenkooperationen gefordert ihre Umsatz- und Promotionsziele mit anschließender Erfolgskontrolle neu zu definieren und durchzusetzen. Besondere Bedeutung bei der Verfolgung dieser Ziele wird in Zukunft der Dialog zwischen Hersteller und bzw. Apothekenkooperationen haben. Auf der gestrigen BPI Mitgliederversammlung 2006 der Fachabteilung Selbstmedikation wurde der neue Abteilungsvorstand für die nächsten zwei Jahre gewählt. Die anwesenden Firmenvertreter wählten Frau Dagmar Schorn (Opfermann Arzneimittel), Artur Busse (Medice Arzneimittel Pütter), Dr. Christian Freyberg (Chemische Fabrik Kreussler), Dr. Andreas Kohne (Bausch & Lomb Dr. Mann Pharma), Manfred Kreisch (Dr. Willmar Schwabe) und Rüdiger Pohlmann (G. Pohl-Boskamp) als ihre Vertreter im BPI. Die Wahl des Vorsitzenden und seiner Stellvertreter findet auf der konstituierenden Sitzung des Vorstands der Fachabteilung statt. Die Fachabteilung wird von Seiten des BPI von Herrn Dr. Stefan Plantör betreut. Im Rahmen der Vorstandswahl wurde die Bedeutung der Selbstmedikation für den BPI hervorgehoben. Der Umsatzanteil der Arzneimittel der Selbstmedikation am Gesamtumsatz aller BPI-Mitgliedsunternehmen beträgt 38 Prozent, nach Absatz 71 Prozent. Die gewählten Vertreter haben sich in ihren Vorstellungen einstimmig dafür ausgesprochen, das Serviceportfolio des BPI den gestiegenen Erwartungen und Anforderungen der veränderten Marktbedingungen im Bereich der nicht-verschreibungspflichtigen Gesundheitsprodukte weiter zu optimieren. Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e. V. (BPI) vertritt mit seiner 50jährigen Erfahrung auf dem Gebiet der Arzneimittelentwicklung, -zulassung und -vermarktung das breite Spektrum der pharmazeutischen Industrie auf nationaler und internationaler Ebene. Über 250 Unternehmen mit etwa 74.000 Mitarbeitern haben sich im BPI zusammengeschlossen. Dazu gehören klassische Pharma-Unternehmen, Pharma-Dienstleister, Unternehmen aus dem Bereich der Biotechnologie, der pflanzlichen Arzneimittel und der Homöopathie/Anthroposophie.