Beschränken sich Ärzte nur noch auf Wirkstoffverordnungen, fördert das in der Realität den Austausch wirkstoffgleicher Präparate. Ein Austausch von Präparaten in einer laufenden Behandlung birgt jedoch auch Risiken. Geradezu gefährlich ist dies für chronisch Erkrankte bei bestimmten Indikationen. Hier können bereits kleine Schwankungen im Wirkspiegel fatale Folgen haben. Man spricht von „kritischen Indikationen“ oder einer „geringen therapeutischen Breite“ der Wirkstoffe (Critical Dose Drugs). Ein Beispiel sind Medikamente gegen Epilepsie. Hier drohen bei einem Wechsel des Präparates zusätzliche epileptische Anfälle. Weitere Beispiele für kritische Indikationen sind Asthma, Depression, Diabetes und Parkinson. „Auch durch das Medikationsmanagement wie es von KBV und ABDA vorgeschlagen wird, wird dieses Problem nicht behoben, denn nicht alle Patienten werden nur von einem Apotheker versorgt. Auch der Medikationskatalog wirft mehr Fragen auf, als dass er Lösungen böte. Wer entscheidet denn, nach welchen Kriterien welche Medikamente in diesem Katalog enthalten sind und woher nimmt er die Legitimation?“, so Fahrenkamp.
Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e. V. (BPI) vertritt das breite Spektrum der pharmazeutischen Industrie auf nationaler und internationaler Ebene. Über 260 Unternehmen mit rund 73.000 Mitarbeitern haben sich im BPI zusammengeschlossen.
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