Diese Studien sind für neue, patentgeschützte Wirkstoffe verpflichtend. Bewährte Arzneimittel werden allerdings oft im sogenannten Off-Label-Use ohne eine spezielle Prüfung für Kinder verordnet. Um diese Versorgung in eine zugelassene Anwendung zu überführen, sind klinische Studien erforderlich, die Geld kosten. Die momentanen Erstattungsregelungen in Deutschland machen eine planbare Refinanzierung dieser Kosten allerdings unmöglich – entsprechende Studien wären unternehmerischer Wahnsinn. „Wir fordern dringend, dass Arzneimittel, die speziell für Kinder geprüft und zugelassen wurden, nicht gegen wirkstoffgleiche Medikamente ausgetauscht werden dürfen. Diese kleine Korrektur würde bei nur geringen Kosten für die Gesetzliche Krankenversicherung endlich wieder Anreize schaffen, bewährte Arzneimittel an Kindern zu prüfen und würde den von allen Berufsgruppen angemahnten Missstand des leider gängigen Off-Label-Uses beheben“, so Prof. Barbara Sickmüller.
Der BPI hat bereits im August 2010 ein Positionspapier zu diesem Thema veröffentlicht („Gutes noch besser machen - Bedeutung innovativer Arzneimitteln auf Basis bewährter Wirkstoffe“), das Sie unter www.bpi.de finden.
Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e. V. (BPI) vertritt das breite Spektrum der pharmazeutischen Industrie auf nationaler und internationaler Ebene. Über 260 Unternehmen mit rund 73.000 Mitarbeitern haben sich im BPI zusammengeschlossen.
Ihr Ansprechpartner: Joachim Odenbach, Tel. 030/27909-131, jodenbach@bpi.de