Detail

BPI zu Gast bei Markus Lanz

Am 3. November 2023 war der BPI-Hauptgeschäftsführer, Dr. med. Kai Joachimsen, zu Gast in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“. Gemeinsam mit dem Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach, der Journalistin Mariam Lau und der Pharmazeutin und Universitätsprofessorin Ulrike Holzgrabe diskutierte er über Ursachen und Lösungen für Lieferengpässe in der Arzneimittelversorgung.

Dr. med. Kai Joachimsen spricht in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ mit dem Bundesgesundheitsminister über die Arzneimittelversorgung in Deutschland.

Mehrfach verwies der Bundesgesundheitsminister im Laufe der Sendung auf die gute Zusammenarbeit mit der Industrie bei den Lieferengpässen. "Zum Beispiel bei Arzneimittellieferengpässen, gibt es glaube ich beim Ansatz, den wir verfolgen, große Gemeinsamkeiten. Wir brauchen eine Kurzfristlösung und eine Langfristlösung."

Eine kurzfristige Lösung sehe die neue Regelung im Arzneimittel-Lieferengpassbekämpfungs- und Versorgungsverbesserungsgesetz (ALBVVG) vor: Lauterbach hat den Bundesländern die Erlaubnis erteilt, Arzneimittel bei Nichtverfügbarkeit in Deutschland, im Ausland einzukaufen. Zudem müssen pharmazeutische Unternehmen, die einen Rabattvertrag mit den Krankenkassen abgeschlossen haben, Ware für sechs Monate bevorraten. Langfristig würde die Politik versuchen, die Arzneimittelproduktion nach Deutschland und Europa zurückholen. Eine Neuauflage und Ausweitung der Rabattverträge auf andere Arzneimittel würden damit einhergehen.

Auch wenn der Bundesgesundheitsminister die Problematik der ins Wanken geratenen Arzneimittelversorgung erkannt hat, ist das ALBVVG nur ein erster Schritt in die richtige Richtung. Dr. Joachimsen forderte in diesem Zusammenhang, dass die Politik den Preisdruck bei allen Arzneimitteln der Grundversorgung senken muss. So sollten nicht nur bei Rabattausschreibungen für Kinderarzneimittel, Antibiotika und Onkologika – sondern bei allen für die Versorgung notwendigen Arzneimitteln – der Produktionsstandort Europa als Kriterium bei der Vergabe mit einfließen. "Das würde helfen. Das ist ein Incentive, um hier zu arbeiten", sagte Joachimsen in der Sendung.

Eine Bevorratung von Arzneimitteln klinge zwar konzeptionell erst einmal gut, aber: „Das Problem ist, wir haben zu wenig Arzneimittel. Und wenn pharmazeutische Unternehmen ein knappes Gut dann noch auf Lager legen müssen und sie bestraft werden, wenn sie nicht liefern können, dann ist das nichts, was den Wettbewerb anregt. Was zu wenig da ist, werden Unternehmen im Zweifel nicht lagern können. Wenn Arzneimittel vorrätig sind, sollten sie die den Patientinnen und Patienten direkt zur Verfügung gestellt werden“, betonte Joachimsen.

Mit Blick auf den Pharmastandort und die bestehenden Abhängigkeiten zu Lieferanten im Ausland bekräftigte Joachimsen: "Wir müssen so schnell wie möglich geopolitisch unabhängiger werden. Um das zu erreichen, braucht es aber nicht nur dieses eine Gesetz. Wir müssen weitergehen“. Eine vom Bundesgesundheitsministerium geplante Pharmastrategie kann hierbei womöglich die nächsten Weichen stellen. Bis dahin, brauchen wir mehr Pharmatempo.

Sendung verpasst? Hier geht's zur Aufzeichnung in der ZDF-Mediathek: Markus Lanz vom 2. November 2023

Teilen, liken oder kommentieren Sie gern auf LinkedIn.

BPI in den Medien zur Sendung von Markus Lanz:
Süddeutsche Zeitung: Karl Lauterbach bei "Markus Lanz": Der hat das schon erkannt, da hat er noch Fliege getragen
Focus Online: Lauterbach gibt bei Markus Lanz ein großes Versprechen ab
apotheke adhoc: „Gesundheitssystem ist super teuer, extrem ineffizient“