Von den geschätzt 30.000 bekannten Krankheiten fallen etwa 6.000 unter den Begriff der seltenen Erkrankung, etwa 80 Prozent von ihnen haben eine genetische Grundlage. Eine Erkrankung gilt als selten, wenn weniger als ein Mensch von 2.000 von ihr betroffen ist - durch die Vielzahl unterschiedlicher Krankheiten leiden aber geschätzt etwa 30 Millionen Bürger allein in Europa an einer seltenen Erkrankung. Immer mehr von ihnen können auch behandelt werden. So wurden seit der Einführung des sogenannten „Orphan-Drugs-Status“ und der damit verbundenen Unterstützung im Jahr 2000 in der Europäischen Union rund 60 Medikamente speziell für seltene Erkrankungen zugelassen, über 800 Medikamente sind aktuell in der Entwicklung. Bis zum Jahr 2000 waren es nur fünf zugelassene Arzneimittel. Trotz dieser notwendigen Sonderstellung, bleibt die Forschung und Entwicklung von Orphan Drugs für die Hersteller ein extrem aufwändiger Prozess. „Die Suche nach dem richtigen Medikament gleicht der Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen“, sagt Henning Fahrenkamp. „Diesen zeitlichen und finanziellen Aufwand können insbesondere mittelständische Unternehmen nur dann bewerkstelligen, wenn das neue Arzneimittel am Ende auch beim Patienten ankommt und von den Krankenkassen angemessen erstattet wird.“ Leider müsse daran gezweifelt werden, denn erst kürzlich habe das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen einem Orphan Drug mit fragwürdigen Berechnungsmethoden keinen Zusatznutzen attestiert. „Es ist nun am Gemeinsamen Bundesausschuss, diese Fehlbewertung zu korrigieren und im Interesse der Patienten einer Entwicklung zu Lasten der Entwicklung von Arzneimitteln für seltene Erkrankungen vorzubeugen“, so Fahrenkamp.
Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e. V. (BPI) vertritt das breite Spektrum der pharmazeutischen Industrie auf nationaler und internationaler Ebene. Über 260 Unternehmen mit rund 73.000 Mitarbeitern haben sich im BPI zusammengeschlossen.
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