Die Pressemitteilung des G-BA zur frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln kritisiert den normalen rechtsstaatlichen Prozess der Konkretisierung von Vorgaben des Gesetzgebers durch Verordnungen der von der Bevölkerung gewählten Regierung. Der G-BA fordert, den Verordnungsgeber und damit niemanden anderen als die gewählte Regierung der Bundesrepublik Deutsch-land, aus dem Verfahren herauszuhalten und diese Kompetenzen an den G-BA zu übertragen. Der G-BA ist das oberste Beschlussgremium der gemein-samen Selbstverwaltung der Vertragsärzte, der Krankenhäuser und Kranken-kassen in Deutschland - Beteiligten am Gesundheitssystem mit jeweils eige-nen legitimen Interessen.
Der BPI hat anlässlich der geplanten Einführung einer frühen Nutzenbewer-tung eine Reform des G-BA und eine Stärkung seiner demokratischen Legi-timation gefordert. „Die Pressemitteilung des G-BA ist ein eindrucksvoller Be-leg für die Notwendigkeit von Reformen des G-BA für mehr Transparenz und eine breitere demokratische Legitimation“, so Dr. Bernd Wegener. „Wir fordern die Berufung neutraler Mitglieder durch den Bundestag, Stimmrechte für die Vertretung real von der jeweils diskutierten Krankheit Betroffener, rechts-staatliche Kontrolle mittels einer Fachaufsicht des BMG, Transparenz durch umfassende Beschlussbegründung im Stellungnahmeverfahren, transparente Gremienbesetzungen und Beratungsunterlagen, Einrichtung eines wissen-schaftlichen Beirats für Arzneimittelbewertungen aus den wissenschaftlichen Fachgesellschaften und die Errichtung einer wissenschaftlichen Schieds-kommission“.
Die umfassende Stellungnahme des BPI zum Arzneimittelmarktneuord-nungsgesetz (AMNOG) sowie Rechtsgutachten zu mehreren Teilaspekten sind unter www.bpi.de/Default.aspx abrufbar.
Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e. V. (BPI) vertritt das breite Spektrum der pharmazeutischen Industrie auf nationaler und internationaler Ebene. Über 260 Unternehmen mit rund 73.000 Mitarbeitern haben sich im BPI zusammengeschlossen.
Ihr Ansprechpartner: Joachim Odenbach, Tel. 030/27909-131, jodenbach@bpi.de