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Ein Schritt vor, zwei zurück - AVR bleibt bei methodischen Schwächen

Selbst der Arzneiverordnungsreport (AVR) muss in diesem Jahr konstatieren, dass die Ausgaben für Arzneimittel gesunken sind. Trotzdem rechnet er erneut unrealistische Einsparpotenziale vor. Die methodischen Schwächen des Werkes bleiben bestehen. Zwar hat der AVR in diesem Jahr erstmals Nettokosten verglichen, doch der Vergleich mit den Niederlanden beruht erneut auf Apothekenverkaufspreisen und wird wieder genutzt, um angebliche Einsparpotenziale bei den Herstellern aufzuzeigen. „Der AVR macht einen richtigen Schritt, in dem er die gesetzlichen Zwangsabschläge berücksichtigt. Doch er bleibt auf halben Weg stehen. Denn der Vergleich der Apothekenverkaufspreise gibt keinen Aufschluss darüber, wie groß angebliche Preisunterschiede bei den Herstellern in verschiedenen Ländern wirklich sind“, so Henning Fahrenkamp, Hauptgeschäftsführer des BPI.
Immerhin muss die AOK eingestehen, dass ihre jahrelange Klage, Innovationen seien alles Scheininnovationen, nicht wahr ist. So sagt Uwe Deh zur frühen Nutzenbewertung „Auch für die pharmazeutische Industrie ist das Ergebnis positiv: Bei etwa zwei Drittel aller Präparate konnte ein Zusatznutzen festgestellt werden. Die Bilanz liegt somit deutlich über den Erwartungen.“. Seine Schlussfolgerung, dass die Aussage „Kein Zusatznutzen“ durch den G-BA bedeuten würde, dass diese Arzneimittel keine therapeutische Verbesserung seien, ist hingegen schlicht falsch. Diese Aussage des G-BA kann genauso darauf beruhen, dass das Dossier nicht vollständig war oder der Hersteller eine andere Vergleichstherapie gewählt hat.

Die internationalen Preisvergleiche des AVR hatten schon in den beiden letzten Jahren im Vergleich mit Schweden und Großbritannien zu unrealistischen und methodisch fragwürdigen Ergebnissen geführt. Die grundlegenden methodischen schwächen des AVR wurden in einem Gutachten der Professoren Dieter Cassel und Volker Ulrich, das der BPI in Auftrag gegeben hatte, beleuchtet. Die  Berechnungen zu den beiden Ländervergleichen und das Gutachten finden Sie unter www.bpi.de/daten-und-fakten/arzneiverordnungs-report-2012.



Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e. V. (BPI) vertritt das breite Spektrum der pharmazeutischen Industrie auf nationaler und internationaler Ebene. Über 260 Unternehmen mit rund 73.000 Mitarbeitern haben sich im BPI zusammengeschlossen.

Ihr Ansprechpartner: Joachim Odenbach, Tel. 030/27909-131, jodenbach@bpi.de