Dass die EU-Kommission klinische Arzneimittelstudien neu regeln will, hat verschiedene Gründe. Unter anderem erweist sich die aktuell geltende Richtlinie 2001/20/EG als reformbedürftig, insbesondere weil sie als eine der Ursachen für den Rückgang klinischer Arzneimittelstudien in der EU angesehen wird. So wurden nach Angaben der europäischen Kommission im Jahr 2011 rund 3.800 Anträge für klinische Tests gestellt, im Jahr 2007 waren es noch mehr als 5.000 gewesen. Kein Wunder, solange auch die bürokratischen Mühlen in den Mitgliedsländern unterschiedlich schnell mahlen und die einzelnen Anträge für akademische oder industrielle, multinationale Studien oftmals innerhalb länderspezifisch unterschiedlicher Zeitspannen bewilligt werden. „Das kostet Ressourcen und auch Geld - ärgerlicherweise fast immer aus rein bürokratischen, nicht aus Sicherheitsgründen“, so Henning Fahrenkamp. Es wird also Zeit, EU-weit hohe Sicherheitsauflagen endlich einheitlich festzuschreiben. Die von der EU-Kommission geplante Beschleunigung der Genehmigungs- und Berichterstattungsverfahren bei klinischen Studien ist grundsätzlich die richtige Idee. In vielen Punkten muss aber noch nachgebessert werden, beispielsweise was die Frage der ethischen Bewertung der Anträge für die Durchführung klinischer Prüfungen betrifft.“
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