Funktioniert AMNOG? Evidenz steht aus!
Denn der andere gestern beendete Fall macht deutlich, dass eine Ausnutzung der besonders mächtigen Stellung des GKV-Spitzenverbands die Verhandlungen zum Scheitern bringt. Ein Unternehmen sah sich gezwungen, aus den Verhandlungen auszusteigen, da die frühe Nutzenbewertung aufgrund der Wahl der Vergleichstherapie zu negativen Ergebnissen gekommen war, im Gegensatz zu allen anderen europäischen Ländern. Das Unternehmen konnte nach eigenen Aussagen nicht mehr mit einem fairen Preis rechnen. Wohl deshalb, weil der Spitzenverband auf einem extrem niedrigen und unangemessen Vergleichspreis aufsetzte. Wohin diese Übermacht führen kann zeigen die Ergebnisse der bisher vorliegenden Nutzenbewertungen. Von 27 begonnenen und 16 beendeten Verfahren sind bisher nur zwei mit einem beträchtlichen Zusatznutzen in Teilindikationen bewertet worden. Ein erheblicher Zusatznutzen wurde bislang keinem Präparat zugestanden. In bisher drei bekannt gewordenen Verfahren sah sich der Hersteller – zum Teil wegen Verfahrensfehlern, die zu schlechten Bewertungen führten – genötigt, sein Produkt erst gar nicht in den deutschen Markt einzuführen. Das vom Spitzenverband angebotene minimale Preisniveau bietet in diesen Fällen keine wirtschaftliche Grundlage für die Refinanzierung von Innovationen, mit dramatischen Folgen für deutsche Patienten, denen innovative Arzneimittel vorenthalten werden. Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e. V. (BPI) vertritt das breite Spektrum der pharmazeutischen Industrie auf nationaler und internationaler Ebene. Über 260 Unternehmen mit rund 73.000 Mitarbeitern haben sich im BPI zusammengeschlossen. Ihr Ansprechpartner: Joachim Odenbach, Tel. 030/27909-131, jodenbach@bpi.dejodenbach@bpi.de