Patient im Mittelpunkt, Standort im Blick?
Leidtragende der massiven staatlichen Regulierung im Arzneimittelbereich sind nicht nur Patienten und Ärzte, sondern auch standortgebundene Medikamentenhersteller. So haben sie im Rahmen der ausgeschriebenen Rabattverträge immer weniger Chancen, den Zuschlag zu erhalten. Als Konsequenz bildet sich ein Oligopol aus Firmen, das dauerhaft sogar die Gefahr birgt, dass dann die Preise wieder steigen könnten. Die Umfrage in Sachsen zeigt sogar, dass immerhin jeder dritte Patient bereit wäre, für ein in Deutschland hergestelltes Medikament mehr Geld auszugeben. „Es besteht kein Zweifel daran, dass die Politik beim Thema Rabattverträge gegensteuern muss“, sagt Zentgraf. „Deshalb appelliere ich hier an die Politik auf Bundes- und Landesebene, sich für den Standort Deutschland und die hier produzierenden Unternehmen einzusetzen. Bei den Rabattverträgen brauchen wir zwischen Zuschlagserteilung der Krankenkasse und Auslieferungsbeginn einen längeren Zeitkorridor. Außerdem muss die Machtkonzentration auf Kassenseite beschnitten werden. Wenn wir die standortgebundenen Unternehmen als Rückgrat der Wirtschaft in Deutschland erhalten wollen, dann müssen ihre Innovationen, oftmals auf bewährten Wirkstoffen basierend, angemessen gewürdigt und erstattet werden. Gewürdigt und erhalten werden müssen am Standort Sachsen insbesondere jene jungen Firmen, die sich mit der Erforschung neuartiger biologischer Therapien beschäftigen. Hier habe ich die dringende Bitte an die sächsische Landesregierung und an die Bundespolitik, auf Europa einzuwirken, damit nicht bestimmte Rahmenbedingungen diese kleinen Pflänzchen schon im Keim ersticken“, so der BPI-Vorsitzende. Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e. V. (BPI) vertritt das breite Spektrum der pharmazeutischen Industrie auf nationaler und internationaler Ebene. Rund 240 Unternehmen mit ca. 70.000 Mitarbeitern haben sich im BPI zusammengeschlossen. Ihr Ansprechpartner: Joachim Odenbach, Tel. 030/27909-131, jodenbach@bpi.de