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Regierung ebnet den Weg zur Kochbuchmedizin

Unter dem verharmlosenden Titel „Modellvorhaben zu Arzneimittelversorgung“ soll ein weiterer Schritt auf dem Weg zur standardisierten Kochbuchmedizin gegangen werden. Durch Medikationskataloge sollen angeblich Wirtschaftlichkeitsreserven gehoben werden. Dies sieht ein Änderungsantrag zum Versorgungsstrukturgesetz vor, der eine Forderung von Ärzten und Apothekern umzusetzen trachtet. In Wirklichkeit gibt der Arzt seine therapeutische Freiheit aus der Hand, um sich von der Wirtschaftlichkeitsprüfung zu befreien und der Patient wird nach Liste behandelt. „Es ist nicht nachvollziehbar, wie Ärzte und Apotheker auf die Idee kommen können, in Zeiten, in denen jedem Menschen klar ist, dass sich Medizin individualisiert, nunmehr die Pauschalantwort für jeden Patienten fixieren zu wollen. Noch weniger verständlich ist es, wenn die Politik auf solche Vorschläge hereinfällt. Wir sehen das Problem der Wirtschaftlichkeitsprüfung und die Ärzte haben uns als Befürworteter an ihrer Seite, wenn es um Änderungen in diesem Feld geht. Aber nicht, wenn dabei die Versorgungsqualität leidet und der Arzt seine Aufgabe, nach den individuellen Belangen der Patienten zu therapieren, aufgibt“, Prof. Dr. Barbara Sickmüller, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI).
Modellvorhaben sollen, so die Begründung des Änderungsantrages der Regierungskoalition zum Versorgungsstrukturgesetz, die Therapietreue und die Compliance erhöhen. Diese sinnvollen und notwendigen Ziele werden aber auf diesem Wege in keinster Wiese erreicht.


Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e. V. (BPI) vertritt das breite Spektrum der pharmazeutischen Industrie auf nationaler und internationaler Ebene. 250 Unternehmen mit rund 73.000 Mitarbeitern haben sich im BPI zusammengeschlossen.

Ihr Ansprechpartner: Joachim Odenbach, Tel. 030/27909-131, jodenbach@bpi.de