Man muss übrigens gar nicht weit über den Tellerrand hinausschauen, um einen Eindruck davon zu bekommen, wie man Biotechnologieunternehmen sinnvoll fördern kann. So gibt es im Nachbarland Belgien neben einem gründerfreundlichen Bankensystem und zahlreichen privaten Wirtschaftsförderern auch regionale und gesamtstaatliche Förderprogramme, die vor allem Start-Ups und kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) unter die Arme greifen. Außerdem tragen Steuervergünstigungen zu einem für Biotechnologieunternehmen günstigen Klima bei. Auch in Bezug auf Wagniskapital und dessen Investitionen in Biotechnologieunternehmen ist Belgien europaweit Spitze. In Deutschland hingegen ist der durchschnittliche Einsatz von Wagniskapital zwischen 2012 und 2013 von rund 200 Millionen auf rund 140 Millionen Euro zurückgegangen. „Die Investitionsbereitschaft für die immer aufwendiger und komplexer werdende Entwicklung biotechnologischer Produkte sollte in Deutschland steuerlich unterstützt werden“, fordert Dr. Gerbsch. „Wenn ein Land wie Belgien bessere Förderung anbietet, dann fließt das Investitionskapital im Zweifelsfall eben nicht nach Aachen, sondern nach Lüttich. Mit dem Geld wandert aber mitunter zugleich das Knowhow der Fachexperten über die Grenze ab. Wir müssen also handeln, sonst geraten wir in Deutschland als einer der weltweit führenden Biotech-Standorte ins Hintertreffen“, so Gerbsch.
(Joachim Odenbach, Tel. 030/27909-131, jodenbach@bpi.de)