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BPI zur Pharmastrategie: Chance nutzen, bevor der Zug abgefahren ist

„Die Mammutaufgabe bleibt, die Arzneimittelversorgung in ihrer Breite sicherzustellen und den für Deutschland und Europa enorm wichtigen Pharmastandort bei Forschung, Entwicklung und Produktion zu stärken“ kommentiert Dr. Kai Joachimsen, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie e. V. (BPI) anlässlich der für heute geplanten Befassung des Bundeskabinetts mit der Pharmastrategie von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. „Wir müssen die Chance jetzt schnell nutzen, bevor der Zug abgefahren ist.“

Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e. V. (BPI) plädiert für eine langfristige Pharmastrategie, die Forschung, Entwicklung und Produktion am Standort Deutschland/Europa stärkt. Foto: ©Shutterstock/Juergen Nowak

„Die gesamte Pharmabranche braucht dringend verlässliche und auskömmliche Rahmenbedingungen – das sind wir unseren Patientinnen und Patienten schuldig. Und dazu sind wir mit dem Bundeskanzler und den verantwortlichen Bundesministerien im Gespräch. Wir brauchen ein attraktives Umfeld für Investitionen in Forschung, Entwicklung und Produktion. In Deutschland waren wir einst führend in der Erforschung und Entwicklung bahnbrechender Arzneimittel, die dazu beitragen, Krankheitssymptome zu lindern oder auch zahlreiche Krebsarten heilen zu können. Doch inzwischen kann die Industrie nicht einmal mehr zuverlässig die Grundversorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln sicherstellen. Jahrzehntelang ging es nur noch darum, ob ein Medikament möglichst billig ist – und es war egal, wo es hergestellt wurde. Wir haben uns mit deutscher Gründlichkeit überreguliert.“

„Wenn ein Arzneimittel als Tagesdosis durchschnittlich sechs Cent erlöst, ist es kein Wunder, das es kaum noch Anbieter auf dem Markt gibt. Geschweige denn welche, die in Europa produzieren. Und dadurch sind wir als Land inzwischen in eine nicht mehr akzeptable geopolitische Abhängigkeit geraten. Das Problem ist nicht, dass AUCH in Asien produziert wird. Sondern dass in vielen Bereichen fast NUR noch dort produziert wird. Das ist eine Situation, die sich nur mit deutlich besseren Standortfaktoren lösen lässt. Es braucht eine gut durchdachte, wirksame und langfristige Pharmastrategie. Ihr Ziel muss es sein, ein anreizorientiertes Umfeld für Forschung, Innovationen und Investitionen sowie auskömmliche Marktbedingungen zu schaffen. Zudem müssen wir in Deutschland dramatisch schneller werden, dringend Bürokratie und Überregulierung abbauen – und zwar jetzt, hier und heute. Das Bundesgesundheitsministerium hat mit seinen Plänen zu einem Medizinforschungsgesetz einen richtigen Ansatz gefunden. Jetzt braucht es aber Tempo bei der Umsetzung – Pharmatempo!

Hinweis: Die Verwendung des Fotos ist unter der Quellenangabe ©Shutterstock/Juergen Nowak und in Verbindung mit der Pressemeldung honorarfrei.

Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI) vertritt das breite Spektrum der pharmazeutischen Industrie auf nationaler und internationaler Ebene. Über 270 Unternehmen haben sich im BPI zusammengeschlossen.

Kontakt: Andreas Aumann (Pressesprecher), Tel. 030 27909-123, aaumann@bpi.de