Positionen
Der BPI bringt sich aktiv in die gesundheitspolitische Debatte ein und bezieht regelmäßig Stellung zu Gesetzesvorhaben sowie zur Arzneimittelpolitik in Deutschland und Europa. Hier finden Sie unsere Positionspapiere.
BPI-Sicherheitsstrategie - Weckruf für Versorgungssouveränität
Die Versorgung mit Arzneimitteln und medizinischen Gütern ist längst kein rein gesundheitspolitisches Thema mehr, sondern eine Frage nationaler und europäischer Sicherheit. Die geopolitische Lage, fragile Lieferketten und neue Handelskonflikte haben das Gesundheitswesen und insbesondere die Arzneimittelversorgung in eine strategische Abhängigkeit geführt, die in einer Welt multipler Krisen unmittelbare Konsequenzen für die Patientinnen und Patienten, den Bevölkerungsschutz, Streitkräfte und nicht zuletzt die Handlungsfähigkeit des Staates nach sich zieht.
Der BPI hat eine Sicherheitsstrategie vorgelegt und steht bereit, gemeinsam mit Politik, Behörden, Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Selbstverwaltung ein integriertes Sicherheitskonzept für die Arzneimittelversorgung zu entwickeln, das Prävention, Produktion und Bevorratung und Versorgung nahtlos verbindet.
Studienstandort-Barometer – 2. Edition zum Pharmadialog
Das Studienstandort-Barometer zeigt an, wie es um Deutschland als Standort für industrielle klinische Arzneimittelstudien steht und welche Erwartungen die Branche für die kommenden zwölf Monate hat. Es basiert auf einer Umfrage von 37 Pharmaunternehmen und CROs. Der BPI hat gemeinsam mit dem BVMA und dem vfa die neuen Ergebnisse der 2. Edition des Studienstandort-Barometers veröffentlicht – und stellt sie zum Download bereit.
Gleichzeitig legen die Verbände aktualisierte Handlungsempfehlungen („2.0“) vor, wie die klinische Forschung in Deutschland gestärkt werden kann. Denn Deutschland droht im internationalen Wettbewerb weiter an Boden zu verlieren – für eine echte Wende bleibt nur wenig Zeit. Während andere Länder gezielt Forschungsfreundlichkeit ausbauen, bremsen hierzulande Bürokratie, Fachkräftemangel und zersplitterte Zuständigkeiten die Innovationskraft. Erste gesetzliche Signale reichen nicht: Gefordert ist eine echte Standortoffensive – politisch gewollt, strategisch gesteuert und wirksam umgesetzt.
Ergebnisbericht der Initiative Gute Gesundheit 2030
Das vom BPI initiierte Bündnis „Gute Gesundheit 2030“ startete Mitte 2024 einen breiten, partizipativen Prozess, um für die zentralen Herausforderungen des deutschen Gesundheitssystems konkrete, umsetzbare Lösungen aus dem System heraus zu entwickeln.
Am Tag der Gesundheitsversorgung am 13. November 2025 übergab die Initiative den erste Ergebnisbericht 2025 an die Bundesgesundheitsministerin Nina Warken. Im Mittelpunkt stehen vier zentrale Handlungsfelder, die sich im ersten Schritt als die entscheidenden Stellschrauben für eine nachhaltige und wirksame Modernisierung herauskristallisiert haben: Prävention, Digitalisierung, Innovation und Finanzierung.
Eine Biobank-Plattform für Deutschland
Dänemark, Finnland und Großbritannien haben es vorgemacht: Institutionenübergreifende, serviceorientierte Biobanken eröffnen neue Dimensionen für den Zugang zu Gesundheitsdaten und humanen Bioproben. Auch Deutschland schlägt diesen Weg ein: Die Etablierung einer „Nationalen Biobank“ wurde als Grundlage für Präventions-, Präzisions- und personalisierte Medizin im Koalitionsvertrag verankert.
Die Grundvoraussetzungen sind gegeben: Mit Unterstützung des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) haben das Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) und das German Biobank Network (GBN) ein starkes Fundament gelegt. Das NUM vereint seit 2020 alle 37 Universitätsklinika und hat Strukturen für standortübergreifende Forschung geschaffen. Das GBN hat 43 akademische Biobanken deutschlandweit vernetzt, Standards zur Qualitätssicherung eingeführt und einen „Sample Locator“ (samplelocator.bbmri.de) entwickelt. Als „National Node“ der europäischen Forschungsinfrastruktur BBMRI-ERIC treibt das GBN auch den internationalen Austausch im Biobanking voran. 2025 wurden NUM und GBN zusammengeführt – ein optimaler Ausgangspunkt für den Ausbau zu einer Biobank-Plattform für Deutschland. Mit einem zentralen „One-Stop-Shop“ für Forschende und Industrie wird diese den Zugang zu hochwertigen Daten und Proben erheblich beschleunigen. Sie wird zugleich für außeruniversitäre Partner wie die Fraunhofer-Biobankstrukturen offenstehen und so weitere zukunftsweisende Perspektiven für die technologische Weiterentwicklung eröffnen.
POSITIONSPAPIER Blutplasmaprodukte – Versorgung weiterhin nicht ausreichend gesichert!
Die Versorgung mit lebenswichtigen Blutplasmaprodukten ist zunehmend gefährdet. Denn der Bedarf an diesen essenziellen Arzneimitteln steigt schneller als die in Deutschland mit Hilfe von Spendern gesammelte Plasmamenge. Eine Allianz aus verschiedenen Industrie- und Patientenverbänden, die im Plasmasektor aktiv sind, macht daher deutlich, wie dringend konkrete politische Lösungen für eine sichere Versorgung Deutschlands und der EU mit Blutplasmaprodukten erforderlich sind. Dazu zählen unter anderem eine Steigerung der Zahl von Spenderinnen und Spendern durch Motivationskampagnen sowie Anpassungen am bestehenden Meldesystem zur Erkennung von Versorgungsengpässen mit Blutplasmapräparaten.
Verbändeübergreifendes Positionspapier: Die harmonisierte Einstufung von Ethanol als CMR-Substanz muss gestoppt werden
Der BPI und andere Verbände der Gesundheitsindustrie blicken mit großer Sorge auf das Ethanol-Biozid-Einstufungsverfahren der Europäischen Chemikalienagentur. Im gemeinsamen Positionspapier begründen wir, warum die unsachgemäße und unverhältnismäßige Einstufung von Ethanol als CMR-Stoff gestoppt werden muss.
Cross-association position paper: The harmonised classification of ethanol as a CMR substance must be stopped
Handreichung von BPI und vfa: Laiengerechtes Sprechen über klinischen Studien
Wir alle sprechen in unserem Alltag immer wieder über „klinische Studien“. Dabei stellt schon dieser Begriff unter Umständen eine Herausforderung dar (juristisch korrekt wäre für Phase I- bis IV-Studien z. B der Begriff „klinische Prüfung“). Um nicht zu irritieren, sondern den Boden für die nötige politische Unterstützung und größere Bereitschaft zur Studienteilnahme zu bereiten, lohnt es sich, über Studien wertschätzender und verständlicher zu sprechen. Doch wie? Die Handreichung soll als Anregung dienen – etwa für in Posts in Social Media, politische Veranstaltungen und Stellungnahmen, bei Pressestatements, Informationsangeboten für Nicht-Fachkreise und Kontakte mit Patientenselbsthilfegruppen. Je mehr die empfohlenen Formulierungen verwendet werden, desto mehr Wiedererkennungswert erlangen sie und tragen zu einem positiven Meinungsklima zu Studien bei.
Position zur Regierungsbildung 2025 - Wissenschaft und Innovation: Klare Ziele, mutiges Handeln
Deutschland sieht sich angesichts multipler Krisen vor der dringenden Notwendigkeit, sein Wissenschafts- und Innovationssystem nachhaltig weiterzuentwickeln. Nur durch gezielte Forschung und Innovation kann langfristiges Wirtschaftswachstum gesichert und gesellschaftliche Stabilität gefördert werden.
24 Spitzenorganisationen der Wissenschaft und Wirtschaft fordern von einer neuen Bundesregierung in der 20. Legislaturperiode in einer gemeinsamen Position eine politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Priorisierung von Wissenschaft und Innovation , um Deutschland auf den richtigen Erfolgskurs zurückzuführen.
BPI Positionspapier Digitale Gebrauchsinformationen
Der BPI sieht mit zunehmender Besorgnis, dass auf vielen Webseiten von Drittanbietern oft mehrere Jahre veraltete, modifizierte oder unvollständige Gebrauchsinformationen zu Arzneimitteln veröffentlicht werden. Im Positionspapier gibt der BPI konkrete Handlungsempfehlungen und fordert rechtliche Schritte.
