Biopharmazeutika

Biopharmazeutika sind Medikamente (auch Biologicals, biologisches Arzneimittel oder biological medicinal product genannt), die zumeist mittels biotechnologischer Verfahren unter hohem technologischem Aufwand und mit anspruchsvollen Entwicklungs- und Fertigungsmethoden hergestellt werden. Die hochkomplexen Substanzen werden so entwickelt, dass sie unter anderem gezielt in die zellulären Stoffwechselwege des Körpers eingreifen.

Deutschland ist einer der wichtigsten Biotech-Standorte weltweit. Die hiesige Biotechnologie-Branche investiert Jahr für Jahr mehr als eine Milliarde Euro in Forschung und Entwicklung. In Deutschland ist gut die Hälfte der knapp 650 Biotech-Unternehmen im Bereich Gesundheit tätig.

Das Gesetz zur Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) zur geplanten automatischen Substitution von Biopharmazeutika in der Apotheke führt zukünftig dazu, dass Apothekerinnen und Apotheker ein anderes biopharmazeutisches Arzneimittel als das ursprünglich ärztlich verordnete an Patienten in der Apotheke abgeben. Von Beginn an haben die Ärzteschaft, die Arzneimittelkommission der Ärzteschaft, Patientenvertretungen und pharmazeutischen Unternehmen ein solches Vorhaben abgelehnt.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) soll für die automatische Substitution bereits im Sommer dieses Jahres verpflichtende Regelungen festlegen. Die Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag „ein vorsorgendes, krisenfestes und modernes Gesundheitssystem, welches die Chancen biotechnologischer und medizinischer Verfahren nutzt,“ als Ziel vorgegeben. Eine zukünftige automatische Substitution steht diesem Ziel jedoch entgegen!

Der BPI hat ein Positionspapier erarbeitet in dem wir verdeutlichen, warum die automatischen Substitution von Biopharmazeutika in der Apotheke eine nachhaltige Arzneimittelversorgung von Patientinnen und Patienten gefährdet.